Ab Mittwoch müssen im Kreis Calw die Friseure schließen. Foto: Büttner

Schließung von Friseuren, Sonnenstudios und sämtlichen Sportstätten - auch Schulsport - verfügt.

Ab Mittwoch, 9. Dezember, gilt im Kreis Calw eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 21 Uhr und 5 Uhr. Außerdem müssen Friseure, Sonnenstudios und alle Sportstätten schließen – auch für den Schulsport. Das ist die neueste Konsequenz aus der Tatsache, dass der Kreis Calw Corona-Hotspot ist.

Aktuelle Informationen zur Corona-Lage in unserem Newsblog

Kreis Calw - Am Montag gab der Landkreis Calw 127 Corona-Neuinfektionen bekannt, dazu vier weitere im Zusammenhang mit Corona stehende Todesfälle, die alle die Stadt Altensteig betreffen. Mit drei Tagen über dem Inzidenzwert 200 hat der Landkreis die Definition eines Corona-Hotspots erfüllt, in dem die Regelungen der Hotspot-Verordnung des baden-württembergischen Sozialministeriums zu gelten haben. Und diese Verordnung wird der Landkreis Calw umsetzen.

Härteste Einschränkung seit 40 Jahren

Was das für den Landkreis Calw konkret bedeutet, das erläuterten Landrat Helmut Riegger und sein Stellvertreter Frank Wiehe in einer kurzfristig einberufenen Online-Pressekonferenz am Dienstagnachmittag. Zuvor hatten sie sich eng mit den Kreiskommunen und dem Sozialministerium abgestimmt.

Die einschneidendste Maßnahme ist die ab Mittwoch, 9. Dezember, im Kreis Calw geltende Ausgangssperre zwischen 21 Uhr und 5 Uhr. "Die stärkste Einschränkung des öffentlichen Lebens im Kreis Calw seit wahrscheinlich 40 Jahren", musste Landrat Riegger verkünden. "Ein sehr hartes Mittel", weiß Riegger. Ausnahmen für dieses Ausgangsverbot gelten für die Ausübung eines Berufs, medizinische Gründe, Sterbebegleitung und Notwendigkeiten in Zusammenhang mit Tieren, wie etwa Gassi-Gehen mit dem Hund. Zur Kontrolle dieser Ausgangssperre stehe man in engem Kontakt mit der Polizei und den einzelnen Ortspolizeibehörden, so Landratsvize Wiehe. Man werde das Verbot im Rahmen der eigenen Möglichkeiten kontrollieren. Darüber hinaus sei man natürlich auf die Bereitschaft der Bevölkerung angewiesen, sich an dieses Verbot zu halten.

Lesen Sie auch: Strengere Regeln in Tuttlingen und Villingen-Schwenningen

Als weitere Maßnahme verkündete die Landkreisspitze, dass Friseure, Sonnenstudios und ähnliche Einrichtungen schließen müssen.

Besuch im Heim nur mit FFP2-Maske

Geschlossen werden außerdem sämtliche Sportstätten. Das gelte auch für den Schulbetrieb, wie Landratsvize Frank Wiehe hervorhob. Weitere im Zusammenhang mit der Landesverordnung stehende Verbote hatte der Landkreis bereits vor einigen Tagen erlassen: das Verbot von Veranstaltungen und das Verbot von Verkaufsveranstaltungen von Gewerbetreibenden.

Da sich das Infektionsgeschehen auch in Pflegeheimen zuspitzt, hat man im Landratsamt nach einem "schwierigen Wochenende" beschlossen, schärfere Regelungen für Pflegeheime zu treffen. Ein Besuch dort soll nur noch mit einem unbenutzten FFP2-Mund-Nasenschutz und/oder einem negativen Schnelltest möglich sein. Auch die Pflegekräfte dürfen nur noch mit FFP2-Maske arbeiten. Darüber hinaus will der Landkreis das Beratungsangebot für die Pflegeheime ausdehnen.

Besonders Augenmerk auf Schulen

Ein besonderes Augenmerk hat man im Landratsamt auf die Schulen. Neben der Sperrung der Sportstätten hält man den Wechselunterricht an den weiterführenden Schulen für ein "wichtiges Mittel", um das Infektionsgeschehen in den Griff zu bekommen. Doch ihn einfach anzuordnen, sei gegen den Willen der einzelnen Schulleitungen nicht möglich, so Wiehe weiter. Da müsse man seitens des Landkreises bei einer "dringenden Empfehlung" bleiben. Was die sich in der Trägerschaft des Landkreis befindlichen Kreisberufsschulzentren betrifft, so werde man den Wechselunterricht nach Möglichkeit umsetzen.

Lesen Sie auch: Baden-Württemberg beschließt nächtliche Ausgangsperren

Die Maßnahmen sollen nach Maßgabe des Landes bis zu dem Zeitpunkt gelten, bis der Inzidenzwert in einem Landkreis fünf Tage in Folge unter 200 liegt. Beim Landkreis Calw hat man sich die Grenze 23. Dezember gesetzt. Allerdings müsse man schauen, wie sich das Infektionsgeschehen bis dahin entwickelt hat.

Um Bürger über Fragen zu den Neuerungen zu informieren, hat der Landkreis die Sprechzeiten des Bürgertelefons mit der Nummer 07051/ 160-160 erweitert. Das Telefon ist am Mittwoch und Donnerstag von 8 bis 20 Uhr und am Freitag von 8 bis 18 Uhr erreichbar.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: