Im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald endet eine Ära: Landrätin Dorothea Störr-Ritter ist nach 16 Jahren in den Ruhestand gegangen. Rund 300 Ehrengäste haben der scheidenden Landrätin in Kirchzarten einen emotionalen Abschied bereitet.
Als sie ihr Amt vor 16 Jahren antrat, war Dorothea Störr-Ritter (CDU) die erste Frau an der Spitze einer Kreisverwaltung im Land. Und auch heute noch werden die 35 Landratsämter in Baden-Württemberg zu rund 90 Prozent von Männern geführt.
So war es denn auch kein Wunder, dass Innenminister Thomas Strobl (CDU) bei der Verabschiedung der „lieben Doro“ am Donnerstagabend in Kirchzarten einräumen musste, dass da noch „Nachholbedarf“ sei bei der Besetzung mit Spitzenämtern mit „talentierten Frauen“ im Land. Störr-Ritter, die nach zwei Amtszeiten aus Altersgründen aus dem Amt ausschied, sei „Vorbild und Vorreiterin“ gewesen.
Französische Kollegin ehrt Sie mit Ehrenmedaille
Störr-Ritter sei eine Politikerin, die dem Kreis Breisgau-Hochschwarzwald „gutgetan“ habe, lobte auch ihr Stellvertreter im Kreistag und Bürgermeister von Breisach, Oliver Rein (CDU), die Arbeit der scheidenden Landrätin: sie habe sich als „starke Landrätin“ in Krisen – „und es gab von der Finanz- und Flüchtlingskrise über zwei schwere Kinderschutzfälle im Kreis bis hin zum Ukraine-Krieg und seinen Folgen immer eine Krise“ – stets vor ihre Mitarbeiter gestellt und im politischen Umgang mit Diplomatie, Freundlichkeit, Transparenz und auch mit Humor agiert.
Die elsässische Politikerin und ehemalige Präsidentin des Departementsrats Haut-Rhin, Brigitte Klinkert, lobte zudem den Einsatz Störr-Ritters für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Frankreich: Die Landrätin habe die Zusammenarbeit mit dem Elsass in ihrer Amtszeit „mit Entschlossenheit“ intensiviert und mitgeholfen, „das Europa des Alltags“ am Oberrhein zu bauen. Für diesen Einsatz verlieh Klinkert ihr am Donnerstag die Ehrenmedaille der französischen Nationalversammlung.
Eine Chefin, auf die man sich verlassen konnte
Auch die Lörracher Landrätin Marion Dammann (parteilos) würdigten die Politikerin als Frau, die sich „unerschrocken“ Herausforderungen gestellt habe. Der Personalratsvorsitzende des rund 1700 Mitarbeiter zählenden Landratsamts des Landkreieses Breisgau-Hochschwarzwald, Thomas Dellert, schloss sich den lobenden Worten an und bezeichnete Störr-Ritter als Chefin, auf die man sich stets habe verlassen können.
Störr-Ritter bedankt sich humorvoll bei ihren Gästen
Sichtlich bewegt und mit den Tränen kämpfend nahm Störr-Ritter die stehenden Ovationen ihrer Gäste entgegen und hielt mit Humor ihre Emotionen in Schach: „Ihr werdet nun mit dem herben Verlust leben müssen, dass ich nicht mehr da bin“, sagte die Landrätin an ihre südbadischen Amtskollegen gerichtet, bevor sie sich mit einem einfachen „Servus“ aus dem Amt verabschiedete.