Das Landgericht Hechingen blickt zurück auf die spektakulärsten Fälle 2024. Das sind sie – ein Überblick.
Bei zahlreichen Verfahren haben die Richter des Landgerichts Hechingen im Geschäftsjahr 2024 Urteile im Namen des Volkes gesprochen. Ein kurzer Überblick über die spektakulärsten Verfahren:
Tatort Balingen: Das Gericht verurteilte einen 35-Jährigen wegen Geiselnahme in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zu viereinhalb Jahren Gefängnis. Die Tat ereignete sich im April 2023.
Der Verurteilte versetzte sein Opfer mit Schreckschusswaffe und einer täuschend echt aussehenden Schreckschusswaffe in Angst und Schrecken. In einem Kellerraum steckte der Mann dem damals 17-jährigen Opfer eine Waffe in den Mund.
Gruppenvergewaltigung
Tatort Albstadt: Drei Angeklagte verurteilte das Gericht jeweils zu mehrjährigen Gefängnisstrafen. Im August 2023 holten die Männer, die damals im Alter von 24 bis 27 Jahren waren, die 22-jährige Frau an ihrer Wohnadresse ab. Einer der drei Männer hatte mit der 22-Jährigen zuvor per Internet eine Verbindung aufgebaut. Ins Auto eingestiegen, ging es an den Ostrand von Albstadt-Ebingen. Die Frau machte unmissverständlich klar, dass sie keinen sexuellen Kontakt wollte. Nach der Vergewaltigung brachten die Männer sie zurück zur Wohnadresse.
Versuchter Totschlag
Tatort Balingen: Viereinhalb Jahre muss ein Mann in Haft wegen Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung. Ursprung der Tat war ein Konflikt vom März 2024, bei dem der später Verurteilte mit seiner Ehefrau in der Wohnung in Balingen aneinandergeriet. Der Stiefsohn kam, wollte die Lage eigentlich befrieden – und rückte daraufhin in den Fokus des Geschehens. Die Auseinandersetzung schaukelte sich hoch und der 40-jährige Stiefvater ergriff eine Gabel und versuchte mehrfach auf den 17-Jährigen einzustecken. Der Jugendliche flüchtete in sein Zimmer, der Stiefvater folgte und stieß ihn mit Tötungsabsicht aus dem 6,5 Meter hohen Fenster. Der junge Mann überlebte den Sturz, aber mit erheblichen Verletzungen.
Brandstiftung
Tatort Geislingen: Einen 28-Jährigen hat das Landgericht Hechingen unter anderem wegen dreier Fälle von Brandstiftung verurteilt zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und drei Monaten. Drei Scheunen hatte der Verurteilte zuvor in Brand gesetzt, zwei weitere wollte er in Brand setzen. Die Bilanz: Die Schäden lagen bei insgesamt rund einer Million Euro. Kameraaufnahmen überführten den Täter.
Versuchter Mord
Tatort Sigmaringen: Fünf Jahre musste ein 22-Jähriger ins Gefängnis wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung. Er hatte auf einen früheren Freund mehrfach mit einem Messer eingestochen. Schwere Verletzungen im Bereich des Oberkörpers waren die Folge. Wie die Verhandlung erwies, lag der Anlass nur wenige Tage vor der Tat: Das Opfer hat dem betrunken auf einer Parkbank liegenden Angeklagten ins Gesicht gepinkelt. Ein Video davon hatte der Geschädigte in sozialen Medien verbreitet.