Die Gemeinde Maulburg will bei der Feuerwehr mit Schopfheim zusammenarbeiten.
Die geplante Zusammenarbeit im Feuerwehrwesen mit Schopfheim bezeichnete Bürgermeisterin Jessica Lang als „Pilotprojekt mit Vorbildcharakter“. Am 30. April habe der Gemeinderat Schopfheim einstimmig beschlossen, dass die Stadt sich beteiligt. Die Kommunen seien gesetzlich verpflichtet, eine leistungsfähige Feuerwehr vorzuhalten, sagte sie. Dazu könne die interkommunale Zusammenarbeit beitragen.
Tatsächlich steht die Gemeinde Maulburg laut Feuerwehrbedarfsplan vor zwei Herausforderungen: Zum einen hat ihre Feuerwehr nicht genügend Personal, vor allem tagsüber fehlen ehrenamtliche Wehrleute für Einsätze. Zum anderen ist im Gerätehaus der Platz knapp, es fehlen getrennte Umkleiden und eine Schwarz-Weiß-Trennung, das heißt Einsatz- und Zivilkleidung können nicht separat abgelegt werden. Langfristig brauche man einen Neubau oder eine andere Lösung, sagte Lang.
Auftaktgespräche zur Zusammenarbeit laufen
Im Verwaltungsverband fanden schon Auftaktgespräche zur Zusammenarbeit der Feuerwehren statt. Neben Schopfheim sei auch Hasel dafür offen. Hausen wolle in Sachen Feuerwehr eigenständig bleiben, informierte Jessica Lang. Die Feuerwehrkommandanten machten erste Vorschläge: Sie schlugen eine „Poollösung“ vor für die gemeinsame Nutzung von Ausrüstung wie Atemschutz, Schläuchen, Kleidung, Funktechnik. Außerdem schlugen sie vor: gemeinsame Fahrzeugwartung, Beschaffung und Lagerung von Ausrüstung sowie eine Verwaltung, die sich um Personal, Einsatzbearbeitung und Beschaffung für beide Feuerwehren kümmert. Auch eine gemeinsame Ausbildung sowie eine Alarm- und Ausrückeordnung für beide Wehren hielten die Kommandanten für denkbar.
Um auf dieser Grundlage ein Konzept für die Zusammenarbeit der Feuerwehren Maulburg und Schopfheim zu erarbeiten, schlug die Maulburger Verwaltung vor, das Konzept in einzelnen Arbeitspaketen zu erstellen. Außerdem sollten externe Fachleute den Prozess begleiten. Bis Mitte des Jahres soll das Konzept stehen und die Umsetzung im zweiten Halbjahr beginnen. Durch die Aufteilung in einzelne Arbeitspakete habe man die Kosten jederzeit in der Hand habe, sagte Bürgermeisterin Lang.
Sieben Arbeitspakete werden geschnürt
Sieben Arbeitspakete soll das interkommunale Feuerwehrkonzept für Maulburg und Schopfheim umfassen. Unter anderem geht es um die Rechtsform der Zusammenarbeit (Zweckverband? Vereinbarung innerhalb des Verwaltungsverbandes?), um eine „Poollösung“ zur Nutzung von Ausrüstung und um Personal. Sogar eine gemeinsame Feuerwache für Maulburg und Schopfheim steht zur Debatte. Da eine interkommunale Zusammenarbeit nur funktionieren kann, wenn die ehrenamtlichen Feuerwehrleute mitmachen, sollen sie nach ihrer Meinung dazu gefragt werden.
Die Kosten für Umsetzung wollen Maulburg und Schopfheim entsprechend ihrer Einwohnerzahl aufteilen, sagte Bürgermeisterin Jessica Lang. Für die Erarbeitung des Konzepts sind in Maulburgs Gemeindehaushalt 10.000 Euro vorgesehen.
Der Gemeinderat hieß alle genannten Punkte gut und beschloss einstimmig, auf dieser Grundlage das Konzept für eine Zusammenarbeit der Feuerwehren Maulburg und Schopfheim aufzustellen.
Was die Räte zu dem Vorhaben sagen
Heidrun Seidensticker (Freie Wähler) legte Wert darauf, dass sich die ehrenamtlichen Wehrleute mitgenommen fühlen, und lobte die Aufteilung in Arbeitspakete. Sie erhofft sich Einsparungen durch Synergie. Christian Leszkowski (SPD) sagte, dass die Umstrukturierungen weniger „schmerzhaft“ werden, weil sich „alle äußern können“. Er hoffte, dass sich die Verfügbarkeit von Einsatzkräften am Tag verbessern wird.