Der 79-jährige Klaus Geiger begeistert. Foto: zVg/privat

Das Landesturnfest 2026 ist Geschichte. Es bringt 15000 Mitglieder aus 675 Vereinen zusammen.

Die größte Breitensportveranstaltung Baden-Württembergs lockte auch viele interessierte Zuschauer an den Bodensee nach Konstanz. Fünf Tage rockten die kleinen und großen Turnerinnen und Turner Konstanz, zeigten die Vielfalt des Turnsports in allen Facetten. Wettkämpfe, Shows und Vorführungen, unzählige Mitmachangebote und Partys ließen mit dem Motto „Konstanz bewegen – Konstanz erleben“ die Stadt vibrieren.

 

Der Badische Turner-Bund (BTB) und der Schwäbische Turnerbund (STB) zeigen mit dem Landesturnfest alle zwei Jahre, welche verbindende und Grenzen überwindende Kraft vom Sport ausgeht. Grenzen wurden am Bodensee buchstäblich überwunden, denn auch das benachbarte Kreuzlingen in der Schweiz war ins Programm eingebunden. 2028 wird wieder im württembergischen Landesteil gefeiert.

„Es war wie Olympische Spiele – nur anders“, freute sich Elisabeth Seitz, Turnfest-Botschafterin 2026, und betonte besonders die vielen Begegnungen, vor allem mit dem Nachwuchs. Deutschlands bekannteste und erfolgreichste Turnerin konnte zum ersten Mal ein Turnfest gänzlich ohne Wettkampf-Stress genießen und hatte ihrem siebenmonatigen Sohn Franz dabei: „Gerade junge Menschen machen hier so viel prägende Erfahrungen, die sie mit nach Hause in ihren Lebens- und Trainingsalltag nehmen. Ich hatte großen Spaß daran, das Event als Botschafterin miterleben und mitgestalten zu können. Es war ein wunderschönes Turnfest und spannend bis zum letzten Tag.“

Bei der stimmungsvollen Abschlussfeier betonte Oberbürgermeister Uli Burchardt den besonderen Charakter der Veranstaltung: „Das Landesturnfest 2026 hat gezeigt, was Gemeinschaft ausmacht: Menschen jeden Alters kamen zusammen, überall war Zusammenhalt und großes ehrenamtliches Engagement spürbar. Ich bin stolz auf Konstanz und danke allen Beteiligten sowie allen Helferinnen und Helfern, die dieses Fest möglich gemacht haben – ebenso für die gute grenzüberschreitende Zusammenarbeit.“

Das BTB-Präsidenten-Duo, Markus Benkeser und Kerstin Eisele, richtete den Blick auf die Impulse, die solch ein Großereignis gibt. Benkeser: „Das Turnfest macht sichtbar, was sonst meist selbstverständlich erscheint: Wie viel Leidenschaft, Organisation und Engagement in unseren Vereinen stecken!“ Eisele fügte hinzu: „Das Landesturnfest ist nicht nur ein Sportereignis. Es ist ein starkes gesellschaftliches Signal für Gemeinschaft, Vielfalt und Zusammenhalt.“

Das Landesturnfest richtet sich in erster Linie an Breitensportler. Doch unter den 400 Wettkampfangeboten war auch absoluter Spitzensport zu finden, wie zum ersten Mal die 1. Bundesliga Gerätturnen der Frauen. Zur Begeisterung von Werner Zimmer. Der Vizepräsident Olympischer Spitzensport im BTB hatte gleich doppelten Grund zur Freude: „Die Bundesliga-Premiere bei einem Baden-Württembergischen Landesturnfest hätte aus badischer Sicht kaum besser laufen können. Mit der TG Mannheim als Sieger und der TG Karlsruhe-Söllingen auf Platz zwei war das ein großartiger Erfolg für unsere Vereine vor einer tollen Kulisse.“

Beliebtestes Angebot für Breitensportler war der DTB-Wahlwettkampf mit 3251 Startern. Und auch die Altersspanne der Turner war rekordverdächtig. Als ältester Aktiver stand der 96-jährige Werner Petermann aus Bruchsal im Rampenlicht.

Absoluter Publikumsliebling bei der Turnfestgala waren „Die Oldies“ vom TurnTeam Baden. Dies ist wörtlich zu nehmen. August „Gust“ Moser (89) vom TV Kollnau-Gutach, Jürgen Fischer (74) vom TV Britzingen und Klaus Geiger (79) vom SV Istein sind Mitglieder der Senioren-Nationalmannschaft. Gust musste in der Dreispitzhalle Kreuzlingen den Aufzug nehmen, da seine Knie die Treppe nicht mehr schaffen. Das hinderte ihn nicht daran, gemeinsam mit seinen beiden Kollegen eine perfekte Barrenübung abzuliefern, die das Publikum zu Standing Ovation hinriss.