Die Teilnehmenden des Landestreffens im NSG Hülenbuchwiesen – einer Station des „Landestreffens der Umweltmobile Baden-Württemberg“. Foto: Alexandra Kischkel-Bahlo

Das „Landestreffen der Umweltmobile Baden-Württemberg“ hat in Oberdigisheim stattgefunden. Das Thema: „Kaum sichtbar und unverzichtbar – von Wildbienen und Nachttieren“.

Das Naturerlebniszentrum der Sparkassenstiftung Umwelt+Natur hat jüngst das „Landestreffen der Umweltmobile Baden-Württemberg“ ausgerichtet. Unter dem Motto „Kaum sichtbar und unverzichtbar – von Wildbienen und Nachttieren“ erhielten die Teilnehmer aus den Regierungsbezirken Stuttgart, Tübingen, Freiburg und Karlsruhe neue Impulse für ihre Arbeit.

 

Die Stiftungsmitarbeiter Alexandra Kischkel-Bahlo und Hannes Schurr, die zugleich die Tagung moderierten, begrüßten 17 Biologen, Geowissenschaftler, Gewässerfachleute, Waldpädagoginnen und Waldpädagogen in der Umweltbildungseinrichtung in Oberdigisheim.

Peter Faber, Sprecher der NABU-Ortsgruppe Balingen, eröffnete die Tagung mit seinem Vortrag „Wildbienen gehen nicht ins Hotel“. Er verdeutlichte ihren ökologischen Wert und die faszinierende Spezialisierung der vielen Arten. Ein zentrales Anliegen des Naturexperten: Wildbienen benötigen vor allem offene Bodenstellen und natürliche Strukturen, nicht dekorative Nisthilfen aus dem Baumarkt. Denn diese werden häufig falsch bestückt, von Parasiten befallen und lassen die nächste Wildbiene-Generation scheitern.

Am Abend führte Thomas Hoffmann die Gruppe mit einem Bildvortrag in die Traufwälder der Schwäbischen Alb. Dort lassen sich Waldkauz und der seltene Raufußkauz beobachten und mit etwas Glück auch die größte heimische Eulenart, der Uhu.

„Kleinvogelreaktion“ weist auf Sperlingkauz hin

Im Naturschutzgebiet „Hülenbuchwiesen“ am Hörnle wird das Vorkommen eines Sperlingskauzes vermutet. Dorthin führte Thomas Hoffmann die Gruppe am zweiten Tag. Wie kann der Nachweis über ein Vorkommen dieser Eulenart an einem Frühwintertag gelingen? Dazu bediente sich der Vogelexperte der sogenannten „Kleinvogelreaktion“. Diese beschreibt das Abwehrverhalten kleiner Singvögel, die bei Bedrohung durch Anwesenheit eines Sperlingskauzes aufgeregt rufen. Um diese Reaktion zu provozieren, wurde der Ruf des Sperlingskauzes mit Hilfe einer Klangattrappe abgespielt. Die nachfolgende Reaktion war eindrucksvoll: Hauben-, Tannen-, Kohl-, Blaumeisen und Baumläufer flogen mit Warnrufen in den Baumkronen umher – ein Hinweis auf das mögliche Vorkommen eines Sperlingskauzes.

Der letzte Vortrag von Domonique Erb über das Nachtmobil des Regierungspräsidiums Karlsruhe präsentierte einen neuen Ansatz in der Umweltbildung. Bei diesen Veranstaltungen erkunden Kinder und Jugendliche in der Dunkelheit, ausgerüstet mit Netzen, Taschenlampen und Lupen, nachtaktive Insekten und Säugetiere.

Zum Abschluss des zweitägigen Treffens betonten Alexandra Kischkel-Bahlo und Hannes Schurr die große Bedeutung kontinuierlicher Fortbildung für eine wirkungsvolle umweltpädagogische Arbeit.