Elvira Menzer-Haasis (Mitte) ist als Präsidentin des LSV immer mittendrin, wenn es um Sport geht, wie etwa beim Besuch von Ministerin Theresa Schopper in der Landessportschule in Tailfingen. Foto: Eyrich

Elvira Menzer-Haasis aus Onstmettingen, amtierende Präsidentin des Landessportverbands Baden-Württemberg (LSVBW), wird sich nicht mehr für eine weitere Amtszeit bewerben.

Albstadt-Onstmettingen - Wie Menzer-Haasis am Donnerstag im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten erklärte, hat sie den Entschluss, auf eine neuerliche Kandidatur und weitere drei Amtsjahre zu verzichten und bei der Mitgliederversammlung des Verbands am 16. Juli nicht mehr anzutreten, nach reiflicher Überlegung gefasst – sie habe sechs durchaus erfolgreiche Amtsjahre hinter sich und halte es für sinnvoll, "aufzuhören, wenn es am schönsten ist".

Duale Sportlerkarriere lebt von räumlicher Nähe

Zu den wichtigsten Errungenschaften ihrer zwei Amtsperioden rechnet sie die Umsetzung der Leistungssportreform in Baden-Württemberg und den Abschluss des Solidarpakts Sport IV: In den Verhandlungen über die Leistungssportreform war es dem LSV gelungen, gegen Widerstände den Erhalt der drei Olympiastützpunkte in Stuttgart, Freiburg und Heidelberg durchzusetzen. Dem Deutschen Olympischen Sportbund und dem Bundesinnenministerium, so Menzer-Haasis, wären zentralere Strukturen und ein Olympiastützpunkt pro Bundesland lieber gewesen; der LSV habe jedoch darauf verwiesen, dass die Identifikation mit den Stützpunkt in der Bevölkerung deren regionale Verankerung voraussetze und dass die Kooperation mit leistungssportfördernden Betrieben und das Prinzip der dualen Sportlerkarriere von räumlicher Nähe lebten. Diese Argumente hätten am Ende überzeugt.

Fortschreibung des Solidarpakts Sport V

Zentrales Element des Solidarpakts Sport IV ist eine fünfjährige Förderung des Sports, von der unter anderem Leistungssport, Sportstätten oder die Kooperation Schule-Sport profitieren. Für die Jahre 2022 und 2023 wurden zudem jeweils 20 Millionen zugesagt, mit denen der chronische Investitionsstau bei der Sportinfrastruktur vielleicht nicht behoben, aber doch gelindert werden kann. "Keine ganz leichte Sache, so etwas auszuhandeln", erinnert sich Menzer-Haasis, "die Politik legt sich ungern für fünf Jahre fest." Die Fortschreibung, der Solidarpakt Sport V, wird zu den ersten Aufgaben ihres Nachfolgers beziehungsweise ihrer Nachfolgerin gehören, und Elvira Menzer-Haasis wird aufmerksam verfolgen, was bei den Verhandlungen herauskommt. Aber sie wird selbst nicht mehr mit von der Partie sein.

Nicht zu vergessen, wenn bilanziert wird: 25 Millionen Soforthilfen für die coronageschädigten Sportvereine, bei denen es sich wohlgemerkt nicht um Kredite handelt. Menzer-Haasis hatte seinerzeit nicht versäumt, auf die Bedeutung der Vereine für die Daseinsvorsorge hinzuweisen: "Ihre Aktivisten haben für ihre älteren Mitglieder eingekauft, Impftermine organisiert und im Bedarfsfall die Rolle des Telefonseelsorgers übernommen. Ohne sie geht es nicht."

Erste Frau im Amt

Elvira Menzer-Haasis war 2016 als erste Frau zur Präsidentin des LSVBW gewählt worden – und sie hatte sich, was ebenfalls ein Novum war, in einer Kampfabstimmung gegen einen Mitbewerber durchgesetzt, nämlich Thomas Halder, den die Fußballverbände als Kandidaten aufgeboten hatten. Sie selbst kommt vom Volleyball her, war Spielerin – in Burladingen – , später Trainerin und bereits mit 28 Jahren Vorsitzende des TV Onstmettingen. Außerdem war sie Präsidentin des Turngaus Zollern-Schalksburg, Vizepräsidentin im Württembergischen Landessportbund für den Bereich Sportentwicklung und Vizepräsidentin des Schwäbischen Turnerbundes und des Württembergischen Landessportbundes (WLSB). Von 2005 bis 2012 leitete sie das Landesbüro Ehrenamt im Kultus- beziehungsweise Sozialministerium.