Ulrich Bock (rechts), seit 30 Jahren Leiter der Landessportschule in Tailfingen, übergibt das Staffelholz an seinen Nachfolger Markus Senft. Foto: Eyrich

Von einer Zeitenwende und dem Ende einer Ära hat WLSB-Präsident Andreas Felchle gesprochen, als er Ulrich Bock, den Leiter der Landessportschule Tailfingen, verabschiedet hat – und ehe er diese Ära in Liedstrophen fasste.

Albstadt-Tailfingen - "Auf seine Zielgerade" biege Uli Bock ein, und damit ende für Tailfingen und die Landessportschule eine "sehr prägende Zeit", betonte Andreas Felchle, Präsident des Württembergischen Landessportbundes, dem beim Sommerfest am Donnerstagabend anzusehen war, dass ihm dieser Abschied schwer gefallen ist: Seit 1992 ist Uli Bock Schulleiter in Tailfingen – 30 Jahre, in denen die Landessportschule geprägt, entwickelt worden und gewachsen sei unter seiner Ägide. Da brauche man ja nur mal aus dem Fenster sehen, betonte Felchle mit Blick auf Unterkünfte, Sporthallen und Außenanlagen.

 

Das Ausbildungsherz des WLSB

Gleichzeitig sei er Schulpolitiker und Ansprechpartner für die Stadt Albstadt, den Gemeinderat und Politiker aller Ebenen gewesen und habe sich dafür eingesetzt, dass Tailfingen eine klassische WLSB-Sportschule geblieben sei – und Ausbildungsherz des WLSB, obwohl die Zollernalb nicht gerade im Mittelpunkt Baden-Württembergs liege. Doch das sei "hier so locker und kameradschaftlich und ländlich herzlich – ich bin immer sehr gerne hergekommen!", so Felchle.

Das habe freilich vor allem mit der Truppe zu tun, die in Tailfingen gewachsen sei, geführt von einem Sportschulleiter, der "alles andere als ein einfacher Typ ist, unterm Strich aber richtig tolle Arbeit hingelegt hat". Was investiert, neu gebaut und renoviert wurde, trage alles Bocks Handschrift.

Treffend beschrieben hatte Felchle seinen Freund und Weggefährten in einem selbstgetexteten Lied, das er zum Akkordeonspiel vortrug – und über das alle, die Bock kennen, herzlich lachen mussten.

Die nächtlichen Anrufe werden ihm nicht fehlen

Nächtliche Anrufe aus München fehlen nicht

Bock dankte seinem "wunderbaren Kollegium", das die Sportschule Albstadt zu einer der führenden und effizientesten in der Bundesrepublik gemacht habe – "50 Personen, die hier Sportschule leben". In den Dank schloss er das Präsidium, den Vorstand und die Geschäftsführung des WLSB ein, die der Sportschule die Ressourcen zur Verfügung gestellt und sie sich habe entfalten lassen. "Das wird mir fehlen", sagte Bock und verriet, was ihm nicht fehlen werde: Die nächtlichen Anrufe von Siemens aus München mit der Information, dass die Brandmeldeanlage ausgelöst habe. In einem Drittel der Fälle seien es keine Störungen der Meldeanlage gewesen. Also raus, Hose an und los zur Sportschule, wo Feuerwehr und Polizei oft schon beide vor Ort gewesen seien: "In 30 Jahren habe ich dieses Rennen nie gewonnen", klagte er gespielt und wünschte seinem Nachfolger Markus Senft, dass er "wenigstens Zweiter" werde.

"Der Kerl wird ehrenamtlich weiter machen!"

Nun freue er sich auf die persönliche, menschliche Begegnung mit Euch, beim Sport, bei Sportveranstaltungen und in sportlichen Gremien oder bei ganz einfachen Dingen des Lebens, betonte Bock, zu seinen zahlreich versammelten Kollegen und Freunden gewandt, und fügte verschmitzt hinzu: "Der Kerl wird ehrenamtlich weiter machen."

Steffen Baumgarten, der technische Leiter, dankte Bock im Namen der Mitarbeiter und überreichte ihm eine "goldene 30" am Bande, sein Nachfolger Markus Senft, der sich bereits einarbeitet, nahm das Staffelholz von Uli Bock entgegen, das offiziell freilich erst Ende August ganz seines sein wird – erst dann geht Uli Bock tatsächlich in den Ruhestand.

Liedtext: "Bye-bye, Bock!"

von Andreas Felchle

(nach der Melodie von "Wann wird’s mal wieder richtig Sommer")

Ich hab’ mich wieder mal dazu entschlossen: Ein Song muss her – und zwar für Uli Bock!

Fast mühelos sind Zeilen mir geflossenaus der Feder. Hoffentlich kein Schock, was mir so durch den Kopf da geht, auf meiner "Bock-Agenda" steht. (Bekanntlich bin ich ziemlich ehrlich meist.)

Den Uli kenn’ ich aber haltfast ganze vierzig Jahre bald. Ich hoff’, Gereimtes kommt da nicht zu dreist...

Refrain

Zu Uli’s Abschied sind wir heut’ gekommennach Tailfingen. Das freut Frau, Mann und Kind.

Drum schnell ein volles Glas zur Hand genommen: Auf’s Wohl von Uli trinken wir geschwind!Abschied von Bock?! – Warum!? – ’s ist doch kein Alter, das den Herrn Sportschulleiter jetztet ziert!

Ein Macher, Manager und Sachverwalter,der uns’re Sportschul’ fit und munter führt. Gleichwohl sind’s eben dreißig Jahr’,seit Uli Bock "der Neue" war – es kommt uns eigentlich wie gestern vor.

Ex-Jugendwart im Radverband, jetzt Chef mit Sport- und Menschenverstandund – kaum zu glauben – nunmehr ein Senior.

Refrain

Fahrrad fährt man meistens ganz allein:

Ein Sattel! (Mal vom Tandem abgeseh’n.) Individuell halt. Ihr wisst schon, was ich meine.Und das kann manchmal auf die Nerven geh’n...Der Uli, allzeit ein Asket,ein Schwabe (was ein bisschen steht für "Eigenbrötler" mehr als für "Festochs").

Ein Schulleiter mit Akribie, oftmals ein Protokoll-Genie.Weniger "feurig", eher "on the rocks".

Refrain

Ein Radfahrer muss sich behaupten können: Zielgeraden – Ellebogen raus!

Da muss sich auch der Sport Ort "Opfer" nennen: ’dSchul’ über älles! Schluss. Und aus die Maus!

Der Uli, der kann fightenund auch mit Leuten streiten,die Partner und Kollegen immer war’n.Schul’ entwickeln, mutig führen,perfekt organisieren,das hat er g’lernt in all den guten Jahr’n!

Refrain: Jetzt aber mal ganz brav – und deshalb heute: Bislang war dieser Song arg akkurat.

Dabei ist Uli nicht "bloß" ein Schulleiter,viel mehr noch ist er guter Kamerad. Jeden Tag er neu beweistfreundschaftlichen Sportler-Geist;das liegt im Blut ihm, wie nicht nur mir scheint.

Uli Bock ein Beispiel ist für das, was man dem Sport beimisst:Wir Sportler sind im Sportverein vereint!

Refrain

Berufsleben und Lied – jetzt kommt das Ende:Wir danken Dir und heben unser’n Hut!

Tolle Jahre – jetzt die Zeitenwende.

Bleib’ gsond em Alter! Mach’ es richtig gut! Und, Uli, b’halt’ auch fürderhindie Sportschule in Herz und Sinn.

Wir bleiben Freunde, möglichst lebenslang. Die Sportschule in Tailfingensoll weiter blühen und gelingen!Bei diesem Team ist mir davor nicht Bang.

Refrain:

Zum Sommerfest sind alle heut’ gekommenund zum "Ade" für Uli. – Menschenskind! Drum endlich jetzt das Glas zur Hand genommen:Auf d’Schual’, auf Uli leeren wir’s geschwind!