Bürgermeister Ulrich Bünger (links) mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Thomas Blenke, der sich vor Ort informierte. Foto: Geisel

Geld für Ertüchtigung der Mehrzweckhalle Sulz am Eck und die Neugestaltung des "Zentrums Unterstadt".

Wildberg kommt dieses Jahr beim Landessanierungsprogramm gleich zweimal zum Zug: Vor kurzem traf die Förderzusage für die Ertüchtigung der Mehrzweckhalle Sulz am Eck und die Neugestaltung des "Zentrums Unterstadt" im Rathaus ein. Das sind zwei Millionen Euro an Zuschüssen - die höchste Summe im ganzen Kreis.

Wildberg - Große Freude in der Schäferlaufstadt: Im Sanierungsgebiet Sulz am Eck, vorwiegend für die Ertüchtigung der Mehrzweckhalle, erhält Wildberg eine Aufstockung um 1,3 Millionen Euro, was einer Finanzhilfe von rund 800.000 Euro entspricht. Im "Zentrum Unterstadt" liegt der Förderrahmen bei zwei Millionen Euro, was eine Finanzhilfe von rund 1,2 Millionen Euro bedeutet.

Bürgermeister Ulrich Büngers Dank gilt unter anderem Thomas Blenke. Der CDU-Landtagsabgeordnete hatte die Stadt tatkräftig bei der Antragstellung unterstützt und war vergangene Woche anlässlich der Bewilligung zu Besuch vor Ort.

Vorhandene Gebäudesubstanz revitalisieren

Thomas Blenke sei gerne bereits im Vorfeld involviert worden, "dann kann man noch was machen". Außerdem lege er Wert darauf, sich das Vorher und Nachher anzusehen, um zu wissen, was geschieht und "authentische Gespräche" in Stuttgart führen zu können.

Blenke freut sich riesig, dass die Förderung für die Schäferlaufstadt geklappt hat. So etwas sei "kein Selbstläufer", sondern hänge entscheidend von dem ab, was vor Ort passiert. Bürgermeister, Gemeinderat und Bürgerbeteiligung – die in Wildberg "toll" laufe –, die "Initiative vor Ort", das sei "Dreh- und Angelpunkt" für eine Förderung.

Ulrich Bünger freut sich schon auf die Umsetzung beider Projekte, zumal sich diese mit den Zielen des Stadtentwicklungsprozesses "STEP N! 2035" und den Ergebnissen der Bürgerbeteiligung decken. Die Innenentwicklung werde "allgemein akzeptiert und als wichtig erachtet", erklärt der Bürgermeister. Auch er betont: Umsetzbar seien Maßnahmen nur, wenn Grundstückseigentümer und örtliche Gremien wie der Gemeinderat an einem Strang ziehen.

Das Ziel formuliert Ulrich Bünger klar: "Wir wollen vorhandene Gebäudesubstanz revitalisieren." Deswegen ist die Stadt für die rund 60 Prozent an Förderung aus dem Landessanierungsprogramm besonders dankbar, denn Maßnahmen im Innenbereich seien eine "sehr teure Angelegenheit", erklärt Bünger.

Das Programm wird über den Bund kofinanziert und über Mittel aus dem Finanzausgleich gespeist. Es sei "eines der wichtigsten Infrastrukturwerkzeuge", insbesondere bei fünf Stadtteilen mit historischen Ortsmitten.

Städtebauförderung feiert 2021 Jubiläum

Mit der Zusage können ab sofort alle anfallenden Kosten gefördert werden. Das gilt auch für die Vorbereitung der Investorenausschreibung für das Bahnhofsgebäude, den Abbruch des ehemaligen HL-Marktes, die Verlagerung des Jugendtreffs und die Verwirklichung des neuen Konzepts. Dazu gehören ein zentrales Gebäude für Handel, Dienstleistungen, ärztliche Versorgung und Wohnen sowie eine neue Kita.

Insgesamt werden über das Landessanierungsprogramm dieses Jahr etwa 340 Maßnahmen mit rund 265 Millionen Euro gefördert, berichtet Blenke. Bei 289 Projekten handle es sich um eine Aufstockung bestehender Förderzusagen. Dies sei eine "politische Schwerpunktsetzung", erklärt der Abgeordnete.

Kommunale Dynamik führe zu einer Entwicklung, in die das Land dann wieder nachhaltig investiere. 2021 jährt sich die Städtebauförderung zum 50. Mal. "Das ist ein Statement des Landes", betont Thomas Blenke, "ein Bekenntnis für die Entwicklung, auch im ländlichen Raum."

In den Kreis Calw fließen 2021 insgesamt rund sieben Millionen Euro. Nur zwei Städte wurden mit einer Finanzspritze für gleich zwei Projekte bedacht: Wildberg und Nagold. Und Wildberg darf sich mit den zwei Millionen über die höchste Fördersumme im Kreis freuen. Ein Zuschuss für zwei Projekte sei eine Besonderheit, fährt Blenke fort. In Wildberg handle es sich da um eine "tolle Kombination" von "etwas Urbanem und etwas Dörflichem". Im Grunde finanziere sich die Förderung aus dem Landessanierungsprogramm selbst, erklären Bünger und Blenke. Ein Euro an öffentlichen Geldern löse fünf bis acht Euro an privaten Folgeinvestitionen aus. "Das ist das beste Infrastruktur- und Konjunkturprogramm, das es gibt", findet Ulrich Bünger. Das sei der wichtigste Aspekt an dem Programm, ergänzt Thomas Blenke: "Es ist ein Zündfunke."

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