Jazzmusiker Peter Lehel (rechts) trat mit dem Landespolizeiorchester unter der Leitung von Stefan R. Halder mit Eigenkompositionen im Franziskaner-Konzerthaus in Villingen auf. Foto: Heinz Wittmann

Das Landespolizeiorchester Baden-Württemberg gab im voll besetzten Franziskaner-Konzerthaus ein begeisterndes Benefizkonzert. „Vive la France – vive le saxophone!“, lautete das Motto.

Die Zuhörerinnen und Zuhörer erlebten Musik berühmter französischer Komponisten im Franziskaner in Villingen. „Das Landespolizeiorchester hat uns mit dem Konzert ein schönes Geschenk gemacht“, sagte Andreas Dobmeier vom Kulturamt.

 

Der Eintritt war kostenlos, die Besucher konnten spenden, die Gelder gingen dann je zur Hälfte an Verein „Mit Krebs leben Schwarzwald-Baar-Heuberg und das Kinderkulturförderprogramm „Kumfi-Kultur macht fit“.

Stefan R. Halder dirigierte nicht nur das aus 40 Orchestermusikern bestehende Orchester, er führte das Publikum auch launig durch den Abend. „Ich begrüße alle Villinger, Schwenninger, Trossinger und Dauchinger hier“, lachte der gebürtige Ravensburger.

Nichts ist in der Lage so sehr Erinnerungen zu wecken, wie die Musik. Dies gelang ihr auch beim Autor dieser Zeilen. Der schwungvolle Auftakt aus Carmens Suite, der berühmtesten französischen Oper von Georges Bizet erinnerte ihn an die Filmmusik der Fernsehserie „Die Bären sind los“ mit Jack Warden. Beeindruckend die Symphonie Fantastique von Hector Berlioz vor allem beim Gang des Protagonisten auf das Schafott.

Lehel und sein Saxophon

Dann trat erstmals Peter Lehel mit seinem Saxophon auf. Das Instrument, das aus Paris seinen Siegeszug in die Welt antrat, wurde von Jazzmusiker Lehel in Perfektion gespielt. Bei einem Abend mit berühmten französischen Komponisten durfte natürlich Jacques Offenbach mit Orpheus in der Unterwelt nicht fehlen. Dann kamen beim Schreiberling erneut Kindheitserinnerungen auf. Ja, der Boléro von Maurice Ravel – der Komponist bezeichnete diesen übrigens selbst als sein Meisterwerk – erinnerte doch an den (heimlich) geschauten Film „Zehn – Die Traumfrau“ mit Bo Derek, bei dem es für Kids ungewohnt Spannendes zu sehen gab.

„Nur ein Rhythmus, nur eine Melodie, ich wünsche ihnen entspannende 16 Minute“, grinste Dirigent Halder. Wunderbar, tatsächlich waren alle Instrumente beim Boléro auch einzeln zu hören.

Ein „Battle“ mit Toth

Dann übernahm wieder Lehel mit seinem Saxophon „Les Echos de l’amitié“ – „Echos der Freundschaft“. Orchestermitglied Anton Toth, der intern verabschiedet wurde, durfte dann seine Klarinette zur Seite stellen und auch sein Saxophon auspacken.

Mit Lehel bestritt er einen vom Publikum begeistert aufgenommen „Battle“ mit Lehel. „Wie die beiden es nur schaffen, so hohe Töne dem Instrument zu entlocken“, konnte es ein Hobbysaxophonist in den Zuhörerreihen kaum fassen.

Am Ende gab es Standing Ovations. Die 40 Musikerinnen und Musiker des Landespolizeiorchesters sind Profis und keine Polizisten. Technisch befinden sie sich auf höchstem Niveau.

Davon durfte sich Villingen-Schwenningen überzeugen. Das Landespolizeiorchester Baden-Württemberg mit seinem mitreißenden Dirigenten Halder darf gerne wiederkommen.