Das Landespolizei-Orchester mit Dirigent Stefan R. Halder und Rezitator Jo Jung begeisterte am Sonntag beim großen Konzert in der Stadthalle zum Abschluss des Haslacher Blaulichttags.
Die Stadthalle war am Sonntag voll besetzt, als das Landespolizei-Orchester Baden-Württemberg zum Abschluss des Blaulichttags unter Leitung von Stefan R. Halder ein Konzert unter dem Motto „Fantastischer Frühling“ gab. Das Konzert begann mit fünf Sätzen der Sinfonie Nr. 1 „Herr der Ringe“ von Johan de Meij. Ein fantastisches musikalisches Werk, das Stefan R. Halder ungeheuer expressiv dirigierte, sodass er diese differenzierte, höchst anspruchsvolle Musik regelrecht sichtbar zu machen schien.
Dazu las der bekannte Südwestfunk-Moderator Jo Jung selbst verfasste, die Musik begleitende Texte. In wohlgesetzten Worten, und ebenso hochdramatisch wie das Musikstück selbst, war da die Rede von Gandalf und der Mittelerde, während in fein ausbalancierten, lautmalerischen Tönen überall lauernde Gefahren beschworen wurden. Bereitwillig räumte das Orchester durch modifizierte Lautstärke oder kleine musikalische Pausen dem Erzähler Raum für seinen Vortrag ein.
Am Schluss gab Gollum eine von Jung herrlich karikierte, klägliche Figur ab und stürzte in die Glut des Vulkankraters. Das schon von diesem ersten Teil des Konzerts hellauf begeisterte Publikum klatschte minutenlang Beifall.
Nach der Pause, aus der die Zuhörer mit einer schmetternden Fanfare zurückgeholt wurden, kam der „leichtere Teil“ des Konzerts. Der wurde eröffnet mit der Ouvertüre zu Gioacchino Rossinis Oper „Wilhelm Tell“, mit ihrer so bekannten, rhythmusbetonten Marschmusik. „Was für eine fantastische Musik“, rief der Dirigent unter großem Beifall aus. Mit Marcel Poots „Tartarin de Tarascon“ folgte ein eher unbekanntes Stück, das in vier Sätzen von einem Hochstapler handelte. Eine ereignisreiche Programmmusik, die virtuos-lautmalerisch die Stationen einer eher kläglichen Reise beschrieb und mit dem Höhepunkt eines fantastischen „Danse orientale“ aufwartete – und ebenfalls großen Beifall erntete.
„Die Tanzfläche ist eröffnet“, hieß es dann vom Dirigenten und es erklang ganz nach dem Geschmack des Publikums der Walzer „Frühlingsstimmen“ von Johann Strauß. Mit beschwingter Leichtigkeit und hörbarem Vergnügen spielten die Musiker diese Wiener Walzermusik, während der Dirigent die Zuhörer ziemlich erfolgreich zum fröhlichen Schunkeln ermutigte. Als letztes Stück erklang ebenso dramatisch wie ausgelassen von Harold Arlen das Hollywood-Märchen „ Der Zauberer von Oz“ mit der Ohrwurm-Melodie „Over The Rainbow“.
Besondere Zugabe
Der Beifall, zu dem die Zuhörer sich von den Plätzen erhoben, war minutenlang und wurde, ebenfalls im Stehen, mit einer Zugabe belohnt. Es wurde das „Hoch Badnerland“ gespielt, dessen Haslach-Strophe lautstark mitgesungen wurde.