Die Unterstützerliste für die Hechinger Anti-AfD-Kundgebung ist jetzt komplett. Auch in der Universitätsstadt Tübingen hat man den Landesparteitag auf dem Zettel.
Rein gefühlt ist es das Bildmotiv, das über das Wochenende in den sozialen Medien von den meisten Hechingerinnen und Hechingern geteilt wurde: Es zeigt das Epplehaus, ein selbstverwaltetes Jugend- und Kulturzentrum in der Tübinger Karlstraße, an dessen bunt besprühter Fassade drei große Transparente hängen. Die Botschaft darauf lautet: „Gegen den AfD-Parteitag am 23. November 25 in Hechingen!“ Der Code dahinter verrät die Urheberschaft: „161“ steht für „Antifaschistische Aktion“.
Das Signal an die in Teilen rechtsextreme AfD ist klar: Die Tübinger Antifa hat den AfD-Landesparteitag, der am kommenden Sonntag in der Hechinger Stadthalle über die Bühne gehen soll und zu dem unter anderem die Bundesvorsitzende Alice Weidel erwartet wird, auf dem Zettel.
Massiver Polizeieinsatz erwartet
Mit Konfrontationen rechnet auch die Polizei, weshalb ein massives Aufgebot an Kräften nach Hechingen entsandt wird. In Sicherheitskreisen wird von 500 Beamten gemunkelt, die am 23. November in die Zollernstadt entsandt werden sollen. Das wäre der größte Polizeieinsatz in der Hechinger Stadtgeschichte.
Dass die direkte Konfrontation ausbleibt und der Totensonntag in Hechingen friedlich über die Bühne geht, hofft niemand mehr als das breite „Hechinger Bündnis für Demokratie und Menschenrechte“, das den örtlichen Protest gegen den unerwünschten AfD-Parteitag organisiert.
Inzwischen ist die Zahl der Organisationen, die das Bündnis unterstützen, auf 20 angewachsen. Den „Hechinger Aufruf“ im Vorfeld des AfD-Landesparteitags haben unterzeichnet: die SPD, die Hechinger Bunte Liste, die Freien Wähler Hechingen, die Linke Sigmaringen/Zollernalb, der Arbeitskreis Asyl Hechingen, Amnesty International, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Verdi Zollernalb, der DGB Zollernalb, der BUND Reutlingen/Alb, die Nabu-Gruppe Hechingen, die „Omas gegen rechts“, der Verein Alte Synagoge Hechingen, der Verein Lichtstube, „Kinder brauchen Frieden“, die katholische Seelsorgeeinheit Hechingen St. Luzius, der Verein Gedenkstätten KZ Bisingen, die antifaschistische Alboffensive, der Verein „yidishland“ und die Gemeinschaftsanlagen Hechingen GbR.
Kundgebung auf dem Obertorplatz
Im „Hechinger Aufruf für Zusammenhalt, Respekt und Verantwortung! Gegen Spaltung und Hass!“ heißt es unter anderem: „Am 23. November hält die AfD in der Stadthalle Museum in Hechingen ihren Landesparteitag ab – mitten in unserer Stadt, mitten in unserer Demokratie, die sie selbst infrage stellt. Die selbsternannte ,Alternative für Deutschland‘ ist keine Alternative, sondern ein Angriff auf unsere freiheitlich-demokratischen Grundwerte. Wir, das Hechinger Bündnis für Demokratie und Menschenrechte, rufen auf zur Kundgebung für Zusammenhalt, Respekt und Verantwortung – gegen Spaltung und Hass!“ Und unter anderem weiter: „Die Politik der AfD zielt auf Spaltung, Misstrauen und Angst. Sie diffamiert Medien, stellt Justiz und Parlamente infrage und will unsere Demokratie von innen schwächen. Wir stehen für Vertrauen, Meinungsfreiheit, Rechtsstaatlichkeit und ein respektvolles Miteinander.“
Die Kundgebung des Bündnisses gegen den AfD-Parteitag findet am Sonntag, 23. November, um 13 Uhr auf dem Obertorplatz statt. Schon für 10.30 Uhr rufen die Linke und die Alboffensive zur Kundgebung auf.
Bereits am Samstag, 22. November, gibt es ab 16 Uhr einen Infostand, um 18 Uhr einen Laternenumzug, um 19 Uhr eine Ausstellungseröffnung überGeflüchtetenschicksale und um 20 Uhr einen Sing-along-Abend im Refugio.