Die Co-Bundesvorsitzende der AfD und Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Alice Weidel, wird aller Voraussicht nach als Delegierte am Landesparteitag in Hechingen teilnehmen. Foto: Elisa Schu/dpa

Die AfD-Bundesvorsitzende Alice Weidel wird beim Landesparteitag in Hechingen erwartet. Die Zollernstadt bereitet sich derweil auf den größten Polizeieinsatz ihrer Geschichte vor.

Die in Hechingen meistdiskutierte Frage rund um den AfD-Landesparteitag, der am Sonntag, 23. November 2025, in der Stadthalle „Museum“ über die Bühne gehen wird: Wird auch Alice Weidel, das prominenteste Gesicht der Rechtsaußen-Partei, in die Zollernstadt anreisen?

 

Die Antwort lautet: voraussichtlich ja.

Hans-Peter Hörner aus Balingen, der Landesschatzmeister und Zollernalb-Kreissprecher der AfD, antwortete jetzt auf Anfrage unserer Redaktion: „Es ist davon auszugehen, dass Frau Dr. Weidel auch als Delegierte des Kreisverbandes Bodensee am Parteitag teilnehmen wird.“ An der Grenze zur Schweiz, wo sie lebt, hat die AfD-Bundeschefin bekanntlich ihren Wahlkreis.

Komplette Landesspitze angekündigt

Außerdem, so Hörner, werde „nach derzeitigem Stand der gesamte Landesvorstand“ der AfD Baden-Württemberg in Hechingen anwesend sein, also auch der „Ministerpräsidentenkandidat“ Markus Frohnmaier, der als enger Vertrauter von Alice Weidel gilt und früher ihr Sprecher war, und Co-Landeschef Emil Sänze, mit dem die Stadt Hechingen den Kompromiss über den Veranstaltungstag 23. November ausgehandelt hatte.

Ursprünglich hätte der Parteitag am historisch aufgeladenen 9. November stattfinden sollen. Den Rechtsstreit darüber hatte die AfD vor dem Verwaltungsgericht Sigmaringen gewonnen.

Auf einen Einspruch beim Verwaltungsgerichtshof in Mannheim hatte die Stadt verzichtet und im Gegenzug mit Sänze eine Verlegung auf den 23. November ausgehandelt.

Für die Landes-AfD handelt es sich bei der Veranstaltung in Hechingen um den Programmparteitag im Vorfeld der Landtagswahl am 8. März 2026. Die Rednerliste soll laut Hans-Peter Hörner erst am Tag der Veranstaltung festgelegt werden.

Auch Wasserwerfer in Bereitschaft

Hechingen bereitet sich derweil auf den größten Polizeieinsatz der Stadtgeschichte vor. Unbestätigten Informationen zufolge werden am 23. November rund 500 Polizeikräfte in der Stadt erwartet.

Auch Wasserwerfer sollen in Bereitschaft gehalten werden für den Fall, dass es zu gewalttätigen Konfrontationen zwischen Anhängern der in Teilen rechtsextremen Partei und Gegendemonstranten aus dem linken Spektrum kommen sollte.

Das Polizeipräsidium Reutlingen hat lediglich bestätigt, dass Unterstützung vom Polizeipräsidium „Einsatz“ in Göppingen angefordert ist.

Bündnis hält an zwei Tagen dagegen

Dass der Landesparteitag der AfD in Hechingen nicht willkommen ist, will das örtliche Bündnis für Demokratie und Menschenrechte mit einer Reihe an Veranstaltungen das ganze Wochenende über deutlich machen, beginnend am Samstag um 16 Uhr und weitergehend am Sonntagmorgen ab 7 Uhr, wenn die gut 400 AfD-Delegierten aus dem ganzen Land in Hechingen anreisen werden.

Die Hauptveranstaltung ist am Sonntag um 13 Uhr eine Kundgebung auf dem Obertorplatz „für Zusammenhalt, Respekt und Verantwortung, gegen Spaltung und Hass“, zu der 600 bis 800 Teilnehmende erwartet werden.

Linke demonstrieren am Vormittag

Dem Bündnis, das in einem Hechinger Aufruf gegen die AfD Position bezieht, gehören unter anderem an: Vertreter der Hechinger Gemeinderatsfraktionen der SPD, der Freien Wähler und der Bunten Liste, Bündnis 90/Die Grünen, die Kirchengemeinden, Gewerkschaften, die „Omas gegen rechts“, die Initiative Hechinger Synagoge, die Lichtstube, Kinder brauchen Frieden, der AK Asyl und weitere Vereine und Organisationen.

Die Linke und die antifaschistische Alboffensive werden bereits am Sonntagvormittag ab 10.30 Uhr auf dem Obertorplatz demonstrieren. Ihr Motto: „Wir stehen für wehrhafte Demokratie. Gegen die Rückkehr des Faschismus.“