Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut besuchte die Gemeinde Ebhausen. Dabei erklärte sie, wie die Politik das Handwerk stärken könne.
Nur noch eine Woche bis zur Landtagswahl; Beim „CDU-Wirtschaftstalk“ stelle sich Landes-Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut gemeinsam mit Landtagskandidat Carl Christian Hirsch den wichtigsten wirtschaftspolitischen Fragen. Das Event fand im Neubau des Ebhäuser Elektronikbau-Unternehmens „Weissert“ statt.
Das Unternehmen hatte 2024 sein neues Gebäude eröffnet und erfolgreich einen Generationswechsel überstanden, sagte CDU-Ortsvorsitzender Hans Barucha. Deshalb habe der Vorstand das Unternehmen als Ort für das Gespräch mit der Wirtschaftsministerin gewählt.
Konkurrenz aus China würde überholen
Zu Beginn des Talks gab die 53-Jährige einen allgemeinen Input. Seit der Corona-Pandemie, sei China zu einem starken Konkurrenten für die Wirtschaft Baden-Württembergs herangewachsen.
Gerade in der Automobil- und Maschinenbaubranche, die Hauptsäulen der Landeswirtschaft, habe China stark aufgeholt, meinte Hoffmeister-Kraut.Auch im Bereich der Digitalisierung laufe China den deutschen den Rang ab.
Grund seien neben den hohen bürokratischen Hürden vor allem die hohen finanziellen Abgaben, die Unternehmer im Land leisten müssen, meinte sie. Viele deutsche Unternehmen investierten deshalb in Drittstaaten, da sie mit den Kosten vor Ort nicht wettbewerbsfähig seien.
Landtagskandidat Hirsch, der vor Kurzem auch mit den Bürgern aus Haiterbach diskutierte, sprach sich außerdem gegen eine Erbschaftssteuer für Betriebsvermögen aus. Sie hemme potenzielle Firmengründer davor das Risiko einer Selbstständigkeit einzugehen.
Weniger Abgaben, mehr Finanzierungshilfen
Aufgrund dessen befürwortete Hoffmeister-Kraut die kürzlich beschlossene Senkung der Körperschaftssteuer, also die Einkommenssteuer für Genossenschaften und Vereine, ab dem Jahr 2028. Der vergangenen Juli in Kraft getretene „Investitionsbooster“ soll außerdem für geringere Steuerlasten auf Investitionen sorgen.
Des Weiteren müsse das Land viel mehr in die Unternehmen investieren, damit diese wettbewerbsfähig bleiben oder werden. Die Landesministerin wies auf das kürzlich in Kraft getretene Förderprogramm „Startfinanzierung 80“ hin.
Dabei übernehme die Bürgschaftsbank Baden-Württemberg eine 80-prozentige Bürgschaft für neu aufgenommene Darlehen von jungen Unternehmen bis fünf Jahre nach Gründung.
Damit wolle die Landesregierung mehr Menschen dazu anregen, ein eigenes Unternehmen zu gründen, erklärte sie.
Meister soll kostenlos werden, die Prämie verdoppelt
Gemeinsam mit Ministerpräsidenten-Kandidat Manuel Hagel arbeite man derzeit an Plänen, die Prämie für das Abschließen einer Meister-Fortbildung zu verdoppeln, sagte Hirsch. Derzeit liegt diese bei 1 500 Euro.
Außerdem sei der Plan, die Fortbildung zukünftig kostenlos zugänglich zu machen. Fleiß und Unternehmergeist müsse wieder mehr belohnt und wertgeschätzt werden, findet er.
Das gesellschaftliche Bild, der Mensch „beginne erst nach dem Abitur“, führe laut ihm nicht zum Erfolg. Die handwerkliche Ausbildung solle mit dem Studium gleichwertig sein. Allgemein waren sich die Anwesenden einig: Das Land Baden-Württemberg brauche gerade jetzt viele mutige Unternehmer.