Nagolds Admir Osimic (hellblaues Trikot) stoppt Gechingens Amel Idrizi. Foto: Albert M. Kraushaar

Absteiger gegen Aufsteiger: Die Rollenverteilung war vor dem Kreis-Derby zwischen dem VfL Nagold und den SF Gechingen eindeutig. Und ebenso eindeutig endete die Partie dann auch.

VfL Nagold – SF Gechingen 4:1 (3:0). Der VfL Nagold nahm in der Fußball-Landesliga Aufsteiger SF Gechingen wie zuletzt den TSV Ehingen (3:1) und die Young Boys Reutlingen (3:0) mit auf seinen kleinen Kunstrasen und fertigte dort das Team von Trainer Manuel Vogt genau so souverän ab wie zuvor die beiden Topteams der Liga.

 

Wieder ein Blitztor

Erneut war ein Blitztor der Türöffner zum fünften Saison-Dreier für den Verbandsliga-Absteiger. Jürgen Schechinger, der für den kurzfristig ausgefallenen Matthias Rauser ins Team gekommen war, schloss den ersten Angriff über die rechte Seite am kurzen Pfosten zum 1:0 (3.) ab. Davon zeigten sich die SF Gechingen jedoch nicht geschockt – im Gegenteil. „Ich hätte nicht erwartet, dass wir uns in Nagold so viele gute Möglichkeiten erspielen“, blickte der langjährige Gechinger Abteilungsleiter Eckhard Busch auf die erste Halbzeit.

In der kamen auch die Sportfreunde zu Chancen: In der 11. Minute verpasste Jonathan Tommasi ganz knapp den Ausgleich, in der 13. Minute strich ein Schrägschuss von Amel Idrizi am langen Pfosten vorbei. Auf der Gegenseite kam Fabian Mücke nach der zweiten Nagolder Ecke ganz frei zum Kopfball (16.). „Da sind wir mit drei Mann falsch gestanden“, bemängelte Vogt. Eine Minute später musste er sich erneut ärgern, als Amel Idrizi aus zehn Metern verzog. Eine tolle Chance, der kurze Zeit später per Lattenkracher die nächste folgte.

Nach einer halben Stunde hatte der VfL das Spiel wieder unter Kontrolle. Prompt folgte nach einem Gechinger Fehlpass im Mittelfeld ein Konter über Philipp Schäuble, der überlegt quer zu Laurenziu Biemel und der erzielte sein siebtes Saisontor.

Die erste Halbzeit blieb spannend: Jürgen Schechinger genau auf SFG-Torhüter Tim Schuldt, dann brachte Marius Bürkle das Leder am Elfmeterpunkt nicht unter Kontrolle (38.). Kurz vor der Pause köpfte Dennis Carl den Ball dem Nagolder Torhüter-Debütanten Laurent Bajraktari in die Arme.

Tommasi verletzt sich

Gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit musste der Gechinger Torjäger Salvatore Tommasi verletzt raus. In der 52. Minute fiel der Anschlusstreffer durch eine feine Einzelleistung von Jonathan Tommasi, der zwei Nagolder vernaschte, als die hinten zu lässig mit dem Ball agierten.

Pech für den Aufsteiger, dass seine Abwehr kurz danach unsortiert wirkte und Laurenziu Biemel den Gegenzug mit dem 4:1 (53.) abschloss. Das war es dann im Reinhold-Fleckenstein-Stadion. Der VfL Nagold blieb trotz zahlreicher Positionswechsel dank dem besseren Spielaufbau und Umschaltmomente die gefährlichere Mannschaft. Die Gäste spielten nach einer Stunde zwar nochmals richtig gut mit, konnten den jungen VfL-Torhüter auch zweimal in Bedrängnis bringen (69., 73.), unter dem Strich hätten Özhan Berk und Tobias Essig den Heimsieg jedoch noch ausbauen müssen.