Johannes Fleischle (am Ball) traf zweimal den Pfosten. Dem Schwenninger Volkan Bak (links) gelang ein Traumtor. Foto: Albert M. Kraushaar

Der Fußballgott meinte es am Samstag beim Spiel gegen den BSV Schwenningen nicht gut mit dem VfL Nagold.

Zweimal stand bei Schussversuchen von Johannes Fleischle Aluminium im Weg, vor dem Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Michael Steimle sahen die heimischen Fans eine Abseitsstellung, und den Freistoß des BSV Schwenningen, der letztlich ein eigentlich typisches Unentschieden-Spiel entschied, musste man nicht zwingend geben.

 

„Wir haben gut begonnen“, blickte VfL-Trainer Marcel Schuon auf die Szene, als BSV-Keeper Semih Ziya Gökdag einen Kopfball von Jonny Rothfuß aus der Ecke holte (6.) und Niklas Watzl über rechts zwei, drei gute Szenen hatte.

„Dann haben wir uns aber etwas den Schneid abkaufen lassen“, so der VfL-Coach zur körperbetonten Spielweise der starken BSV-Innenverteidigung mit Dragan Ovuka und Marc Agyemang.

David Seiferling nicht zu fassen

Im Mittelfeld bekamen die Nagolder David Seiferling nicht zu fassen, auf der Außenposition hatte Burak Tastan seine Mühe mit dem agilen George Forbas Esendige. Schuon hatte seinen „Sechser“ anstelle von Perparim Halimi auf links hinten beordert, Marius Hogg bearbeitete für von gesperrten Frederic Fleischle die rechte Seite.

Über weite Streckentat er dies sehr offensiv, aber seine Bälle fanden keine Abnehmer, weil das Nagolder Offensivduo Nico Gaiser und Panagiotis Karypaidis zwar viel lief, aber nicht in die Box kam.

Ein Hin und Her

Nach 20 Minuten verlor Nagold etwas den Zugriff, die Partie wurde völlig offen, Volkan Bak verfehlte das leere Tor (18.). Kurz vor der Pause fand der VfL wieder besser ins Spiel. Nico Gaiser kam über links durch, seinen Schuss konnte Gökdag parieren, Karypidis traf jedoch im Nachfassen (35.).

Die BSV-Antwort von Dario Holenstein (40.) flog knapp über die Querlatte, dann donnerte Ruben Cinar einen tollen Angriff über Niklas Walzl und Johannes Fleische in den Himmel, und in der Nachspielzeit verhinderte der Pfosten bei einem Fleischle Schuss das 2:0.

Abseits – kein 2:0

Das wurde zu Beginn der zweiten Halbzeit wegen einer Abseitsstellung von Karypidis (48.) zurückgepfiffen, danach begann der VfL die knappe Führung zu verwalten.

Bayraktari verursacht Elfmeter

Das ging bis zur 67. Minute gut, dann verursachte Laurent Bayraktari einen Elfmeter. Unnötig, die VfL-Fans hatten zuvor eine Abseitsstellung ausgemacht, die Fahne des Linienrichters blieb jedoch unten. Fabio Chiurazzi war das egal, er verwandelte sicher zum 1:1 Ausgleich.

BSV Schwenningen auf Augenhöhe

Das war nicht einmal unverdient, denn die Gäste lieferten ein Spiel auf Augenhöhe. Marcel Schuon reagierte, brachte Chris Wolfer und Matthias Rauser für Niklas Watzl und Nico Gaiser (68.), aber der BSV blieb gleichwertig.

Mit dem nächsten Doppelwechsel (Perparim Halimi für Jonny Rothfuß und Tom Gutekunst für Ruben Cinar/74.) konnte der VfL wieder die Initiative übernehmen, wurde jedoch in der 81. Minute kalt erwischt.

50:50-Entscheidung

Eine 50:50-Entscheidung führte zu einem Freistoß kurz vor der Strafraumgrenze, und Volkan Bak zirkelte das Leder am verdutzten Bayraktari vorbei ins Netz. Keine Frage: ein Super-Treffer.

Der VfL wirft alles nach vorn

Anschließend warf der VfL alles nach vorne. Tom Gutekunst wurde am Ausgleich gehindert (83.), dann flog Karypidis wegen Meckerns per Gelb-Roter Karte vom Platz (88.), und in der 90. Minute klingelte bei einem Schuss von Johannes Fleischle zum zweiten Mal das Aluminium.

Das sagt Marcel Schuon

Marcel Schuon (VfL Nagold): „Das Ergebnis ist natürlich ein kleiner Nackenschlag! Wir haben gewusst, dass der BSV ein unangenehm zu spielender Gegner ist, der uns mit einem sehr männlichen Auftritt etwas den Schneid abgekauft hat. Wir haben die Chance zum 2:0 verpasst, und im zweiten Abschnitt wurde die Partie zu einem hitzigen Spiel. Gegen den Freistoß-Treffer war nichts zu machen, aber wir geben dennoch nicht auf.“

VfL Nagold – BSV 07 Schwenningen 1:2 (1:0)

VfL Nagold: Laurent Bayraktari (Tor) – Marius Hogg (82. Jan Beifuß), Marc Rück, Elias Bürkle, Ruben Cinar (74. Tom Gutekunst), Burak Tastan, Johannes Fleischle, Jonny Rothfuß (74. Perparim Halimi), Niklas Watzl (68. Chris Wolfer), Panagiotis Karygidis, Nico Gaiser (68. Matthias Rauser).

Tore: 1:0 Panagitis Karypidis (34.), 1:1 Fabio Chiruazzi (67., Foulelfmeter), 1:2 Vokan Bak (82.).

Schiedsrichter: Michael Steimle (Grünmettstetten) – Sebastian Baur, Kevin Letzgus.

Zuschauer: 200.