Der BSV Schwenningen und der SV Seedorf liefern sich beim 4:4 ein furioses Duell. SV-Trainer Ingrao sagt: „Wir haben in jedem Fall gezeigt, dass mit uns immer zu rechnen ist.“
Nichts für schwache Nerven ist aktuell der Fußball-Landesligist SV Seedorf für seine Anhänger: Wie schon in einigen Partien nach der Winterpause ging es auch im Gastspiel beim BSV Schwenningen heiß her und eng zu – jedes Mal mit dem glücklicheren Ende für die Seedorfer, die nun aus den vergangenen fünf Partien immerhin zehn Zähler sammelten.
In der Tabelle hat der SVS auf den Relegationsplatz jetzt zwei Punkte Abstand, da der SSC Tübingen das Kellerduell beim TSV Harthausen 1:2 verlor.
Das verrückte 4:4-Unentschieden beim BSV Schwenningen ohne Spieler-Co-Trainer Harry Föll hatte wieder alles zu bieten, was Trainer Emanuele Ingrao seiner Mannschaft zuschreibt.
Emanuele Ingrao lobt sein Team
„Unsere Jungs haben Charakter, sie geben nie auf. Sie zeigen den Willen bis zum Ende zu kämpfen“, freute er sich trotz vergebener 2:0-Führung durch den Doppelpacker Frieder Mauch über das Remis am Neckarursprung.
„Natürlich hätten wir gerne gewonnen nach der Pausenführung. Weil wir noch derart viele klare Tormöglichkeiten hatten, dass wir in den ersten 45 Minuten ebenso vier oder fünf Treffer erzielen können“, sagt Ingrao. Hatten doch Mauch, Tim Hauger, Laurin Huss beste Abschlüsse auf dem Fuß, um die Führung zur Pause noch höher zu gestalten.
Edel-Joker rettet das 4:4
„Am Ende mussten wir dann doch froh sein, den Rückstand mit späten Toren noch auszugleichen“, weiß Ingrao. Denn in der „Crunchtime“ sicherten Marvin Roth und Mario Grimmeißen als „Edel-Joker“ von der Bank das 4:4.
„Chiurazzi-Festspiele“
Ganz verhindern konnte Seedorf die „Chiurazzi-Festspiele“ mit drei Toren von Fabio und einem von Mauro nicht. „So wurde es ein verrücktes Spiel, in dem wir in der 95. Minute treffen und Fabio Chiurazzi nochmals im Gegenzug das 5:4 macht, jedoch abseits steht. Wir haben in jedem Fall gezeigt, dass mit uns immer zu rechnen ist“, lobte der Seedorfer Übungsleiter den beherzten Auftritt seines Teams.
Einer sah die letzten beiden Seedorfer Tore gar nicht mehr: Guiseppe Ingrao. Der Vater des SVS-Trainers war bereits auf dem Weg in die Schiri-Kabine. „Er musste sich umziehen, weil er nach unserem Derby das Kreisliga-B-Spiel NK Zagreb Villingen gegen den SV Überauchen pfeifen musste“, schmunzelte Sohn Emanuele. Guiseppe Ingrao ist seit über drei Jahrzehnten in der Schiedsrichtergruppe Rottweil aktiv. In seiner Partie fielen „nur“ fünf Tore beim 3:2 von Villingen gegen Oberauchen.