Albstadts Spielertrainer Samed Akbaba (links) hat mit seiner Mannschaft drei Punkte aus Ergenzingen entführt. TuS-Kapitän Simon Joshua Walser (rechts) konnte Ergenzingens vierte Ligapleite in Folge nicht verhindern. Foto: Andreas Wagner

Gegen den FC 07 Albstadt hatte der TuS Ergenzingen lange auf ein Remis gehofft, doch in der Nachspielzeit gab es einen bitteren und vermeidbaren Gegentreffer.

TuS ErgenzingenFC 07 Albstadt 1:2 (0:0). In der Landesliga Staffel 3 kam es zwischen dem TuS Ergenzingen und dem FC 07 Albstadt zu einem Duell mit zwei völlig unterschiedlichen Halbzeiten. Bis zum Pausenpfiff waren klare Torchancen eher die Ausnahme, wenn auch Mitte der ersten Hälfte ein Abschluss von Albstadts Ahmet Cetin von der Linie geklärt wurde.

 

Albstadt verteidigt 70 Prozent Ballbesitz weg

„In der ersten Hälfte hatten wir gefühlt 70 Prozent Ballbesitz. Gegen Albstadts tiefstehende Ketten konnten wir uns kaum klare Chancen herausspielen. Der Gegner hat viele lange Bälle nach vorne geschlagen“, blickt Ergenzingens Trainer Florian Schwend auf die erste Halbzeit zurück.

Sein Gegenüber, Samed Akbaba, sah wiederum eine starke Defensive seiner Mannschaft: „Wir haben in der ersten Halbzeit nichts zugelassen und hatten eine 100-prozentige Torchance.“

Johannes Bastians muss verletzt runter

Kurz vor dem Pausenpfiff dann der erste Rückschlag für Ergenzingen: Für Johannes Bastians ging es nicht mehr weiter, denn bei einem Zweikampf zwischen Mittelkreis und eigenem Strafraum verletzte sich der Verteidiger erneut am Sprunggelenk, wegen der selben Verletzung hatte er in diesem Jahr bereits einige Zeit gefehlt.

Nach dem Seitenwechsel wandelte sich dann der Charakter des Spiels, denn Dave Nzally brachte die Ergenzinger vier Minuten nach Wiederanpfiff in Führung. Ein langer Ball landete bei Nils Beurenmeister, der von der linken Seite in die Mitte zog und in den Strafraum auf Nzally querlegte. Der 19-jährige TuS-Stürmer hatte keine Mühe, aus wenigen Metern einzuschieben. Zusätzlicher Nackenschlag für Albstadt: Im Laufduell mit Beurenmeister zog sich Filip Bradara einen Muskelbündelriss zu, weshalb er nicht mehr weiterspielen konnte. „Das ist natürlich unfassbar bitter für uns“, meint Spielertrainer Akbaba.

Uneinigkeit in der Nachspielzeit

Lange hielt Ergenzingens Führung nicht, denn in der 61. Minute kassierten die Gastgeber den ersten Gegentreffer. Über einen lange Flanke kam der Ball in den TuS-Strafraum, wo die Kugel über Umwege bei Denis Mazrekaj landete, welcher das 1:1 markierte.

„Es war ein typisches Unentschieden-Spiel. Ich denke, es hätte sich niemand beschwert, wenn das Spiel nach 90 Minuten unentschieden ausgegangen wäre“, fasst Schwend die Last-Minute-Pleite zusammen.

Über einen Punkt konnte sich der Tus-Coach nämlich nicht mehr freuen, denn in der zweiten Minute der Nachspielzeit gab es einen herben Dämpfer: Albstadts Joker Nikola Nikoletic war nämlich zur richtigen Zeit am richtigen Ort und erzielte das späte Siegtor. Bei einer Albstädter Flanke von links waren sich TuS-Keeper Jakob Majhen und einer seiner Verteidiger uneinig, wodurch Nikoletic frei zum Kopfball kam und damit den emotionalen Schlusspunkt setzte.

Aufstellungen und Spielinfos

TuS Ergenzingen: J. Majhen; M. Hofmann, J. Bastians (39. A. Heckmann), S. Walter, D. Nzally, N. Beurenmeister (72. R. Hünig), D. Schanz (87. M. Beck), M. Vogel, N. Bogensperger, C. Materazzi (85. A. Morina), J. Ciossek. FC 07 Albstadt: C, Leitenberger; F. Bradara (52. N. Nikoletic), A. Akbaba, S. Güngör, D. Mazrekaj (90.+3 L. Crincoli), A. Dzaferi, A. Cetin (90. S. Simon), M. Bacher, L. Moser, S. Cetin (72. W. Juned), V. Farkas (60. N. Rodriguez). Tore: 1:0 (Dave Nzally, 49.), 1:1 (Denis Mazrekaj, 61.), 1:2 (Nikola Nikoletic, 90.+2). Schiedsrichter: Annika Depfenhart (Assistenten: Eric Müller, Robert Todt). Zuschauer: 65.