Samuel Schneider hat sich bei der U23 prächtig entwickelt und will seine Chance nutzen. Foto: Kara

Der Landesliga-Tabellenführer TSG Balingen II trotzt im Training dem fehlenden Kunstrasen und legt eine tolle Siegesserie hin.

Die U23 der Kicker von der Eyach hat die Rückkehr in die Verbandsliga vor Augen. Sechs Spiele sind noch zu gehen, doch drei Siege könnten bei sieben Punkten Vorsprung und einem Spiel in der Hinterhand bereits reichen, um den Meistertitel unter Dach und Fach zu bekommen. 

 

Coach Philipp Wolf sagt: „Am Anfang der Saison hatte uns niemand auf dem Zettel, weil wir auch eine sehr junge Mannschaft sind und den jährlichen Umbruch hatten. Ich sage immer, ab dem 1. Juli sind wir qualitativ schlechter als zum 30. Juni, und das wird auch in diesem Jahr so sein. Im Sommer 2025 waren wir keiner der Favoriten, da wurden andere Mannschaften genannt.“

In der Winterpause war die TSG Balingen II aber unter den Top-3 angekommen. „Das haben wir uns erarbeitet. Zimmern war zum Rückrundenstart in einer schweren Phase und hat viele Punkte liegen lassen. Auf der anderen Seite haben wir regelmäßig gepunktet und uns schließlich sogar abgesetzt“, weiß Wolf.

Hohe Leistungsdichte im Kader

Auch intern sei es nie das Ziel gewesen, ganz vorne mit dabei zu sein oder aufzusteigen. Der Fokus galt fußballerischen Inhalten und nicht reinen Ergebnissen. Ein Erfolgsfaktor des jungen Kaders, den Wolf zur Verfügung hat, ist die hohe Leistungsdichte. „Wir haben 17, 18 Feldspieler mit Talent. Das hilft uns auch im Training, und in den Spielen können wir nach einer Stunde eins zu eins wechseln. Oder ein Spieler, der auf dem Papier der Stärkere ist, kann auch mal auf der Bank Platz nehmen, weil er keine gute Trainingswoche hatte. Da können wir andere Spieler starten lassen ohne Leistungsminderung.“

Zugreifen kann Wolf auch auf die drei so genannten „Potenzialspieler“. „Bastian Maier und Samuel Schneider trainieren die ganze Woche bei der ersten Mannschaft. In der Vorrunde war Silas Bader fest oben bei der Ersten, seinen Platz hat Mirhan Inan übernommen“, informiert Wolf, der das Trio aber jederzeit einsetzen kann, wenn es in der Regionalliga für das Trio nicht zu Spielzeit reicht. 

Inan als klassischer Torjäger

Zu einer erfolgreichen Mannschaft gehört auch ein klassischer Torjäger. Mirhan Inan ist so einer. Er führt die Torjägerliste der Landesliga Staffel 3 mit 23 Toren an. „Es ist immer schön zu wissen, dass man einen Spieler hat, der in jedem Spiel ein Tor schießen kann, auch wenn er auch mal kein so gutes Spiel macht.“ Rein rechnerisch hat die TSG II über 80 Tore geschossen, das bedeutet Inan schießt jedes vierte Tor. Philipp Wolf: „Insgesamt haben wir 18 verschiedene Torschützen. Bei mir im Kader haben alle Spieler bis auf zwei ein Tor geschossen. Das Spiel ist nicht auf Mirhan Inan zugeschnitten, sondern wir haben klare Abläufe und der Spieler, der am Ende den Ball bekommt, schießt ihn auch rein. Das ist natürlich unglaublich schwer für den Gegner.“

Stolz ist Wolf auf die Serie, die seine Mannschaft hingelegt hat. „Wir sind Sportler und wollen jedes Spiel gewinnen. Dass es jetzt so gut läuft, hätten wir nicht erwartet. Zur Rückrunde ist es ja extrem schwer geworden mit unserer Infrastruktur, wo wir trainieren, wann wir trainieren. Teilweise trainieren wir auf Plätzen, wo man gar nicht Fußball spielen sollte. Manchmal wissen wir ein, zwei Tage vorher nicht, wo wir trainieren können, weil es einfach keine Platzmöglichkeit gibt. In der Winterzeit mussten wir auf Plätzen trainieren, wo die Jungs keine Möglichkeit hatten, sich umzuziehen. Da mussten sie nasskalt ins Auto rein“, erklärt Wolf das Dilemma der Kunstrasen-Baustelle an der Bizerba-Arena. „Wenn man diese Widrigkeiten sieht und dass wir trotzdem so gut durch die Saison kommen, gibt das auch Energie“, so Wolf, der sich auf den Endspurt freut.