Während das Unentschieden für den SV Zimmern ein Rückschlag im Kampf um die Relegation ist, gewinnt der VfB Bösingen knapp gegen einen direkten Verfolger
In der Landesliga Staffel drei holen sowohl der SV Zimmern, als auch der VfB Bösingen und der SV Seedorf Punkte. Für die drei Teams sind diese aber unterschiedlich wertvoll.
Das 2:2 beim TSV Harthausen/Scher hat die Ausgangslage im Rennen um die Verbandsliga-Relegation für den SV Zimmern erschwert. Durch den 3:0-Sieg der Empfinger in Schwenningen hat der SVZ nun drei Punkte Rückstand und das um 21 Treffer schlechtere Torverhältnis auf Platz zwei. Trainer Marc Genter bleibt dennoch entspannt, „weil wir da null Druck haben. Wir versuchen dranzubleiben und unsere Spiele zu gewinnen und dann können wir ohnehin nicht beeinflussen was Empfingen macht“, rechnet er nicht unbedingt mit gleich zwei Patzern der SGE auf der Zielgeraden in Richtung Relegationsplatz.
Keine Schützenhilfe für Seedorf
Schon eher seherische Fähigkeiten hatte Genter vor dem 2:2 in Harthausen, „dass es dort immer schwer zu spielen ist mit den Zuschauern und da der Gegner im Abstiegskampf steht.“ In der Tat haben sich die Harthausener die Option Klassenerhalt über die Relegation oder direkt offengehalten. Marius Helmke und Tim Heinzelmann per Kopf zur zweimaligen Führung vor der Pause reichten am Ende nicht, um drei Punkte aus Winterlingen mit nach Hause zu nehmen. So wurde es auch nichts mit der Schützenhilfe für Lokalrivale SV Seedorf.
Das Restprogramm mit vier Partien hält allerdings noch schwere Hürden für den SVZ parat: Nach dem FC 07 Albstadt daheim geht es zur TSG Balingen II, dann gastiert der VfL Nagold und am letzten Spieltag beeinflusst der SV Zimmern vermutlich den Abstieg in die Bezirksliga beim SSC Tübingen mit.
Am nächsten Spieltag könnte der VfB Bösingen dem SVZ mit einem Sieg in Empfingen helfen. Am Wochenende holte der VfB einen 1:0-Sieg gegen den VfL Pfullingen. Dieses Ergebnis ist ganz nach dem Geschmack von Peter Leopold. Der Trainer des VfB freute sich über den Sieg gegen den VfL Pfullingen vor allem „weil wir keinen Gegentreffer bekommen haben.“ Mit 53 Gegentoren kassierte der VfB die mit Abstand meisten Treffer aller Teams in den Top10. Immerhin gab es seit April allerdings bereits drei Zu-Null-Partien.
Leopold lobt seinen Torhüter und den Torschützen
In den vergangenen vier Heimspielen holten die Bösinger zwölf Zähler bei 14:5-Toren. „Es war ein gutes Landesligaspiel gegen einen spielerisch starken Gegner aus Pfullingen, mit taktischer Ausprägung und wir haben gut verteidigt.“ Das 0:6 im Hinspiel wurmte Leopold damals gewaltig, deswegen wollte er dieses mal mit konsequenter Abwehrarbeit den Verfolger zermürben. „Zudem hatten wir in Mirko Harter einen überragenden Torhüter zwischen unseren Pfosten. Er hat es sich verdient und war unser Matchwinner. Es war ein Geduldspiel und dann macht eben Torsten Müller von der Bank kommend ein typisches Torsten Müller-Tor“, lobte Leopold schmunzelend seinen Ersatzkeeper und den Torjäger.
Der SV Seedorf hingegen holte ein Remis gegen den Tabellenführer. Vor einer Woche zeigte sich Seedorfs Trainer Emanuele Ingrao enttäuscht über das 1:1 gegen den fast abgestiegenen FC 07 Albstadt. Acht Tage später wirkte auf ihn das 1:1 gegen Beinahe-Meister TSG Balingen II „wie ein Sieg. Ein echter Erfolgspunkt. Ich war wirklich baff, wie sich unsere Jungs da über 90 Minuten reingehängt haben. Am Ende war das Remis verdient. Man hat es am Jubel in der 94. Minute gesehen.“ Und mitten drin Jannis Roth, der Held des Tages, der den Ausgleich erzielte. „Der Ball fiel ihm direkt vor die Füße und er schob ihn rein“, freute sich Ingrao. Im Überschwang seiner Jubelfreude blieb der SVS-Coach, der unter anderem auf Harry und Heiko Föll verzichten musste, auf dem Teppich: „Der Punkt war wertvoll, jedoch geht es im Abstiegskampf weiter, ich denke bis zum letzten Spieltag.“
Dreikampf um den Abstieg
Mit Blick auf das weitere Programm wird klar: es ist ein Dreikampf zwischen dem SV Seedorf (30), dem SSC Tübingen (28) und dem TSV Harthausen/Scher (27). Die beiden Kontrahenten haben eine Partie weniger, wenn der SVS am letzten Spieltag spielfrei nur zuschauen kann. Von diesen drei Clubs wird einer das rettende Ufer erreichen, einer in die Relegation müssen und einer direkt in die Bezirksliga absteigen . „Da wollen wir nicht dazugehören und werden alles dafür tun. Die Jungs haben gezeigt, was in ihnen steckt, was sie mit Einsatz, Laufbereitschaft, Kampfgeist und Konzentration leisten und erreichen können“, schaut Ingrao optimistisch auf die kommenden Aufgaben.