VfB-Trainer Leopold hadert mit der Chancenverwertung. Die SG Empfingen zeigt zur entscheidenden Saisonphase ihre beste Form. Der Dank der Eberhart-Elf geht an den FC 07 Albstadt.
Enger als es das klare Ergebnis von 1:4 auf den ersten Blick erscheinen lässt, war für den VfB Bösingen der Auswärtsauftritt bei der SG Empfingen. Dennoch scheint es fast schon Tradition: Die Empfinger, fahren nicht gerne nach Bösingen, umgekehrt gibt man auch regelmäßig brav die Punkte ab.
Die Umstände allerdings zeigten ein viel engeres Spiel auf. „Wir hatten nach dem Rückstand eine ganze Menge guter Chancen. Empfingens Torhüter hat zwei Abschlüsse gehalten, es wurde auf der Linie geklärt, wir hatten drei Aluminiumtreffer über das ganze Spiel gesehen“, wären für den VfB durchaus selber ebenfalls drei oder vier Tore möglich gewesen.
Buchstäblich im ICE-Tempo wurde der VfB Bösingen in Empfingen allerdings von der „Dampflok“ Moritz Zug in den den ersten 25 Minuten zweimal überrollt. Danach wurde es höchste „Eisenbahn“ zurück ins Geschehen zu finden. „Allerdings haben wir wieder einmal durch einen schlecht verteidigten langen Ball nach 42 Sekunden das 0:1 kassiert. Ich glaube wir waren bis dahin noch gar nicht am Ball“, ärgerte Leopold das schnelle Tor von Moritz Zug. „Wir haben uns kurz geschüttelt und sind dann so in die Partie zurückgekommen wie wir uns es vorgenommen haben“, haderte Leopold mit den vielen vergebenen Möglichkeiten
Klarer Rückstand zur Halbzeit
„Empfingen hat es bei unseren Ballverlusten natürlich gut gemacht, so fiel das 2:0 und 3:0. Der klare Rückstand zur Pause hat mich trotzdem positiv denken lassen, dass wir noch nicht weg vom Fenster sind. Wenn wir in der 72. Minute den Elfmeter nicht verschießen und da viel früher das 1:3 erzielen, wäre es nochmals spannender geworden. Danach trafen wir noch die Latte und Empfingens Torhüter Matthias Müller hielt stark.“
Für seinen eigenen Keeper Ron Armbruster hatte Leopold an diesem Tagt Bedauern übrig: „Wir hatten deutlich mehr Chancen als der Gegner und die treffen mit vier Schüssen viermal. Da war unser Schlussmann wirklich die ärmste Sau auf dem Platz.“
Empfingen auf Relegationskurs
Die Empfinger sind derweil auf Relegationskurs. Am 10. Juni könnte es demnach für sie spannend werden, wenn es gegen den Vizemeister der Landesliga 1 gehen würde. Ernst werden würde es bei einem Sieg am 13. Juni in Wachendorf.
Davon, dass man hierfür noch ein Spiel gewinnen muss, will Trainer Alexander Eberhart aber nichts hören. „Die Mannschaft ist so gefestigt, hat so eine Laune und Bock. Wir wollen alle Spiele gewinnen.“
Derweil ist die SG zudem seit sieben Spielen ohne „gegnerischen“ Treffer. Die beiden Gegentore, die das Team in den 630 Minuten kassierte, waren beide Eigentore. In allen anderen Partien stand hinten die Null.
Dass die SG nun wieder sechs Punkte vor dem SV Zimmern liegt, hat auch mit dem unerwarteten Sieg des fast schon sicheren Absteigers von der Alb zu tun. „Da danke ich dem FC 07 Albstadt, wenn man sie braucht, sind sie da“, sagt der Bisinger über seinen Ex-Verein. „Es ist kein Geheimnis, dass sie mir nahe sind.“