Erst sah es nach einer klaren Sache für Freudenstadt (blaue Trikots) aus – dann schlug der TuS zurück. Foto: Andreas Wagner

Die SpVgg Freudenstadt hätte um ein Haar eine zwischenzeitliche 6:1-Führung gegen einen lange Zeit indisponierten TuS Ergenzingen noch aus der Hand gegeben.

SpVgg Freudenstadt – TuS Ergenzingen 6:5 (4:1). Am Ende mussten die Kurstädter froh sein, dass sie den Sieg noch über die Zeit brachten. Chancen zum Ausgleich hatten die nie aufsteckenden Gäste aus dem Gäu gleich mehrfach.

 

In der ersten Stunde stand der TuS inclusive seines Trainers Florian Schwend völlig neben sich und lud die Gastgeber förmlich zum Toreschießen ein. Bereits in der 3. Spielminute gerieten die Gäste früh in Rückstand. Freudenstadt presste hoch, und Ergenzingens Torhüter Jakob Mahjen verlor das Spielgerät an Patrick Ostojic, der mit einer Bogenlampe über Ergenzingens Abwehrchef Nico Bogensperger hinweg ins verwaiste Ergenzinger Tor für die schnelle Freudenstädter Führung sorgte.

Mängel im Ergenzinger Abwehrverbund

Unter Schneetreiben deckten die engagiert spielenden Gastgeber die Mängel im Ergenzinger Abwehrverbund gnadenlos auf. Lucas Kroboth (23.) traf nach einem Eckball und zwei Minuten später stellte Mert Karaaslan nach einer Spielverlagerung der Gastgeber bereits auf 3:0.

Die kurze Unterbrechung nach dem dritten Tor nutzte Ergenzingens Spielführer Nico Bogensperger, um seinen Teamkollegen ins Gewissen zu reden. Es hatte kurze Zeit sogar den Anschein, dass die Ansprache des Ergenzinger Kapitäns Wirkung zeigte.

Nach einem schönen Sololauf konnte Ergenzingens Spielgestalter Nico Gulde, der sich mit Freudenstadts Matthias Ade harte Duelle lieferte, auf 1:3 in der 36. Spielminute verkürzen.

Auf der Gegenseite führte ein kapitaler Abspielfehler von Ergenzingens Innenverteidiger Markus Vogel dazu, dass die Gastgeber schnell den alten Abstand wieder herstellen konnten. Dogukan Süzgec schnappte sich den Ball und erhöhte unter Geleitschutz der Gäste mit einem platzierten Flachschuss zum Halbzeitstand von 4:1.

Trainer Florian Schwend reagiert

Etwas spät reagierte Ergenzingens Trainer Florian Schwend in der Halbzeitpause auf den desolaten Auftritt seiner Mannschaft mit zwei Auswechslungen. Für Markus Vogel und Julian Ciossek kamen Samuel Dantzler und Robin Hünig.

Nach Zuspiel des baumlangen Samuel Dantzler konnte Freudenstadts Abwehr den etwas zu schwachen Torschuss von Dantzler gerade noch so unschädlich machen.

Die Tore fielen aber weiterhin nur auf der Gegenseite. Nach einer Ecke erhöhte Mert Karaaslan auf 5:1, ehe drei Minuten später Freudenstadts Winterneuzugang Julian Köhler mit seinem Fernschuss bereits auf 6:1 stellte.

Comeback der Gäste? Wohl keiner hätte gewettet

Keiner hätte in dieser Phase des Spiels auch nur einen Cent auf ein Comeback der Gäste gewettet. Nach knapp einer Stunde kam es zu einem Bruch im Spiel der Gastgeber, die nun ihrerseits vogelwild verteidigten. Der TuS Ergenzingen konnte dann innerhalb weniger Minuten auf 4:6 durch den Doppelschlag von Dave Nzally (58., 62.) und den Treffer des A-Jugendlichen Julian Ziegler (60.) verkürzen.

Die Gastgeber bekamen das Zentrum nicht mehr dicht und mussten ihre beiden Sechser Lucas Kroboth und den 18-jährigen Nico Kinsky vom Feld nehmen. Spätestens mit dem Anschlusstreffer von Samuel Dantzler in der 80. Spielminute zum 5:6 aus Ergenzinger Sicht mussten die Gastgeber ganz gehörig um die drei Punkte zittern.

Heikle Szene: Strafstoß?

Es schien nur noch eine Frage der Zeit, wann den Gästen der Ausgleich gelingen sollte. In der 82. Spielminute wurde Ergenzingens Mittelfeldmotor Nico Gulde von Pascal Göcks im Freudenstädter Strafraum von den Beinen geholt. Der Schiedsrichter verwehrte aber den Gästen einen Strafstoß.

Gute Ausgleichschancen durch den Lattenstreichler von Robin Hünig (88.) und der dicken Chance von Nico Gulde (89.), der in Freudenstadts Keeper Dennis Kübler seinen Meister fand, blieben aus Gästesicht ungenutzt. Am Ende hätten sich die Gastgeber nicht beschweren können, wenn den Gästen noch der Ausgleichstreffer gelungen wäre.

Chancen dazu waren genügend da. Die siebenminütige Nachspielzeit überstanden die Gastgeber ohne weiteren Gegentreffer und konnten am Ende über den Heimerfolg jubeln.

Stimmen zum Spiel

Elvedin Djekic (SpVgg Freudenstadt): „Eine abgezocktere Mannschaft hätte heute die Partie gegen eine unglücklich agierende Ergenzinger Mannschaft zweistellig gewonnen. Der Moral, die der TuS heute hier gezeigt hat nach dem großen Rückstand, zolle ich großen Respekt.“ Florian Schwend (TuS Ergenzingen): „Hinten raus zeigen unsere Spieler große Moral und hätten sich fast noch mit einem Punkt hier belohnt. Sechs Gegentreffer sind aber einfach viel zu viel.“

Auf einen Blick

SpVgg Freudenstadt: Dennis Kübler, Nils Armbruster, Hamza Djekic (60.Matthias Weimer), Dogukan Süzgec, Patrick Ostojic, Leon Schaber, Matthias Ade, Nico Kinsky (82.Nico Göcks), Mert Karaaslan (90.Adrian Nahodovic), Lucas Kroboth (65.Pascal Göck), Julian Köhler (65.Ümit-Kaan Celikkol). TuS Ergenzingen: Jakob Mahjen, Moritz Hofmann, Luca Wüst, Nico Gulde, Dave Nzally, Linus Hellstern (66.Nils Beurenmeister), Markus Vogel (46.Robin Hünig), Nico Bogensperger (90.Akil Morina), Cristian Materazzi (78.Lennart Weipert), Julian Ciossek (46.Samuel Danzler). Tore: 1:0 Patrick Ostojic (3.), 2:0 Lucas Kroboth (23.), 3:0 Mert Karaaslan (25.), 3:1 Nico Gulde (36.), 4:1 Dogukan Süzgec (39.), 5:1 Mert Karaaslan (52.), 6:1 Julian Köhler (55.), 6:2 Dave Nzally (58.), 6:3 Linus Hellstern (60.), 6:4, Dave Nzally (62.), 6:5 Samuel Dantzler (80.). Schiedsrichter: Sebastian Flegr. Zuschauer: 150.