Die SF Gechingen haben den VfL Nagold lange am Rande einer Niederlage und haben nach 90 Minuten einen Punkt sicher. Aber nur scheinbar.
Die Vorlage war perfekt! Der SV Zimmern hatte am 26. Spieltag der SG Empfingen die vierte Niederlage beigebracht, damit war der VfL Nagold endgültig im Titelrennen zurück. Mit diesem Wissen trat die Elf von Trainer Armin Redzepagic bei den SF Gechingen an und konnte dank eines späten Treffers in der letzten Minute der Nachspielzeit durch Jan Beifuß bis auf zwei Punkte zum Tabellenführer aufschließen.
Nagold rennt hinterher
Lange sah es nicht danach aus, denn Gechingen hielt gegen die dritte Spitzenmannschaft in Folge gut dagegen und kam nach einem Rückpass von Jonathan Tommasi von der Grundlinie durch Dominik Gräber zur 1:0-Führung.
„Für uns auf dem schwer zu bespielenden Rasen eine schwierige Situation. Wir mussten angreifen, ohne hinten aufzumachen“, erklärte Armin Redzepagic. Der VfL-Trainer sah bei seiner Elf zwar mehr Ballbesitz, aber nur wenige klare Möglichkeiten. Vor allem im ersten Abschnitt kam nur bei zwei Freistößen von Serach von Northeim Gefahr auf (41. / 44.). Kurz zuvor (39.) hatte Jonathan Tommasi die Chanc,e auf 2:0 zu stellen.
Der VfL zieht das Tempo an
Zur zweiten Hälfte zog Nagold das Tempo an, Jürgen Schechinger scheiterte an Tim Schuldt und musste danach verletzt raus, dann schoss Elias Bürkle Schuldt an (56.). Im Gegenzug scheiterte der eingewechselte Pascal Buyer im Eins-gegen-eins an VfL-Keeper Joel Mogler. Die Partie stand auf der Kippe.
Elias Bürkle trifft
Burak Tastan und Christos Thomaidis leiteten den Ausgleich durch Elias Bürkle (61.) ein. In der 71. Minute knallte Salvatore Tommasi das Leder freistehend über den Kasten. Das war die Chance zum 2:1 – und das rächte sich, als Johannes Fleischle eine kurz abgewehrte Ecke aus 19 Metern per Direktabnahme in die Maschen donnerte (79.).
Nicht unverdient, denn ab der 69. Minute hatte der VfL Nagold mit der Einwechslung von Laurenziu Biemel eine ganz starke Phase mit top Chancen. Zuerst konnte Kevin Hörner noch zur Ecke retten (72.), dann faustete Tim Schuldt einen Biemel-Schuss zur Ecke (74.). 100 Sekunden später zog Biemel eine Christos-Vorlage freistehend über den Kasten. Dennoch konnte sich Nagold des Dreiers nicht sicher sein.
Gechinger Jubel nach 90 Minuten
Edison Behramaj läutete in der 84. Minute das letzte Aufbäumen der Gechinger ein, in der 90. Minute kam das Leder zu Pascal Buyer – und der wuchtete den Ball im Fallen zum 2:2-Ausgleich ins Netz. Riesenjubel in Gechingen, das in Folge mit diversen Wechsel versuchte, den Rhythmus des VfL zu stören, der mit aller Macht nach vorne drückte.
Der Schuss ging nach hinten los. Schiedsrichter Marcel Eyth ließ die Zeit nachspielen, die Rufe „Abpfiff“ verhalten ungehört, und in der sechsten Minute der Nachspielzeit brachte Nagold das Leder nochmals in den Strafraum – und Jan Beifuß das selbige aus sechs Metern zentral ins Tor zum 3:2-Endstand für die Gäste unter.
Das sagen die Trainer
Balazs Venter (SF Gechingen): „Unsere Leistung war heute wieder top – und das gegen eine Mannschaft, die sehr viel Qualität hat! Wir hätten das 2:0 und das 2:1 machen können, dann wäre Nagold wohl nicht mehr zurückgekommen. Aber klar: Das Spiel hat sehr viel Kraft gekostet, wir müssen gegen so einen Gegner alles raushauen. Dennoch hat meine Elf die Bälle nicht nur weggekämpft, der eine Punkt wäre heute sehr wichtig gewesen.“
Armin Redzepagic (VfL Nagold): „Ein Spiel zweier Mannschaften, die einen Lauf haben. Für uns war es schwierig, weil wir zwei Aufgaben hatte: das Spiel zu machen und zu verteidigen. Gechingen hat das gut gemacht, auch wenn sie im Spiel nach vorne wenige Ideen entwickelt haben, aber ihre Spitzen waren immer gefährlich. Ich denke, aufgrund der starken Phase in der zweiten Hälfte ist unser Sieg verdient.“
SF Gechingen – VfL Nagold 2:3 (1:0)
SF Gechingen: Tim Schuldt (Tor) – Maximilian Kern (90.+5 Benjamin Dürr), Marvin Schuh, Kevin Hörner, Domenico Pellino (55. Pascal Buyer), Dominik Gräber, Andreas Kiwranoglou, Marius Bürkle (90.+1 Lukas Funk), Jonathan Tommasi (71. Oliver Wengschick), Salvatore Tommasi (90.+3), Dennis Carl.
VfL Nagold: Joel Mogler (Tor) – Fabian Mücke, Admir Osmicic, Nick Schweizer (17. Burak Tastan), Perparim Halimi (85. Philipp Schaible), Serach von Northeim (65. Laurenziu Biemel), Elias Bürkle, Christos Thomaidis, Jürgen Schechinger (53. Berk Özhan), Jan Beifuß, Laurenziu Biemel.
Tore: 1:0 Dominik Gräber (17.), 1:1 Elias Bürkle (61.), 1:2 Johannes Fleischle (79.), 2:2 Pascal Buyer (90.), 2:3 Jan Beifuß (90.+6).
Schiedsrichter: Marcel Eyth (Pfäffingen) – Tom Kreibich, Maik Lehmann.
Zuschauer: 280.