Weinbau in Rottweil? Das gab es vom 13. bis zum Ende des 17. Jahrhunderts. Nun könnten die Stadt und der Verein CIVINIS hier zur Landesgartenschau ein neues Kapital aufschlagen. Doch es gibt nicht nur Zustimmung.
Zur Landesgartenschau will die Stadt Rottweil für die Besucher Besonderes bieten. Ein Baustein dabei sollen zwei Weinberge sein, die am Höllenstein und am Schwarzen Felsen entstehen sollen.
Die Idee, die im Februar im Zusammenhang mit der Haushaltsplanberatung publik wurde, traf mitunter auf Kritik. Die Frage, ob ein alter Walnussbaum trotzdem erhalten werden kann, sorgte für Diskussionen.
Am Mittwochabend wird sich der Umwelt-, Bau- und Verkehrsausschuss in seiner Sitzung ab 18 Uhr mit dem Thema befassen. Mittlerweile ist die Stadtverwaltung nicht mehr so zaghaft mit Informationen zu den Personen hinter dem Projekt.
Initiative von Bürgern
Der Verein CIVINIS Bürgerweinberg, ins Leben gerufen von Weinhändler Michael Grimm, Weinbautechniker und Kellermeister Thomas Lippert und der badischen Weinprinzessin Elke Hugger, will sich künftig um die Pflege sowie die Trauben- und Weinlese kümmern – nachhaltig und umweltverträglich.
Das ist den schriftlichen Unterlagen zur Sitzung zu entnehmen. Gedacht ist außerdem daran, pädagogische Einrichtungen bei der Pflege, die fast ausschließlich von Hand erfolgen soll, miteinzubeziehen.
Die Stadt hat sich vorbereitend die Flächen gesichert und soll sich zudem um das Anlegen der beiden Weinberge kümmern. Allein am Höllenstein soll die Fläche Platz für etwa 370 Reben bieten, während am weniger gut erschlossenen Gelände am Schwarzen Felsen für bis zu 300 Pflanzen Platz sein dürfte.
Der Ausschuss entscheidet
Gibt der Ausschuss am Mittwochabend grünes Licht, sind für diesen Sommer das Einholen der verschiedenen Genehmigungen geplant. Zum einen geht es dabei um die Zustimmung der Forstbehörde zur Umwandlung von Wald in Weinberge, zum anderen um die Erlaubnis der Unteren Naturschutzbehörde für das Landschaftsschutzgebiet. Es folgen Bodenuntersuchungen, das Bestellen der Reben und die Suche nach spezialisierten Betrieben sowie die Ausführungsplanung.
Im Herbst könnten dann die Bodenarbeiten an den Flächen folgen, im Januar der Antrag zur Weinbaugenehmigung und der Pflanzrechte. Alles immer beratend unterstützt durch das staatliche Weinbauinstitut Freiburg. Mit maximal 40 000 Euro rechnet die Stadtverwaltung für die Vorbereitungen und Hangsicherungen am Höllenstein. Wobei dort erste Rodungsarbeiten bereits stattgefunden haben.
Die Kosten
Am Schwarzen Felsen steht das noch aus. Dort wird mit 25 000 Euro kalkuliert. Auf weitere 55 000 Euro sind die Kosten für die Bodenbearbeitung, Pflanzen und Trockenmauern geschätzt. Für das Bestellen der Reben und das Pflanzen stellt die Verwaltung die Finanzierung über Sponsoring in Aussicht.