Die Grafik zeigt den Entwurf der neuen Landesgartenschau-Brücke des Architekten Johannes Pellkofer. Foto: Pellkofer

Es wird das zentrale Bauwerk der Landesgartenschau 2028 in Rottweil werden: die große Landesgartenschaubrücke. Nun liegt der Vorentwurf vor – und der zeigt, bei dem Projekt mit „tragender Relevanz“ spielen viele Details eine Rolle.

Wenn die Wege im Landesgartenschaugelände die Blutadern sind, dann ist die große Landesgartenschaubrücke das Herz. Oberbürgermeister Christian Ruf sprach so am Mittwochabend in der Sitzung des Gemeinderats vom „Drehkreuz im Wegekonzept der Landesgartenschau“, als Architekt Johannes Pellkofer und Cornelius Reisch vom Büro MSIng die aktuelle Vorentwurfsplanung für das Bauwerk vorstellten.

 

6,5 Millionen Euro, so die derzeitige Kalkulation, wird sie kosten – und das ohne Fußbodenheizung und ohne zusätzliche Treppe auf der Westseite, also unterhalb des Stadtgrabens. Ruf sprach in diesem Zusammenhang an, dass das Projekt zu 50 bis 90 Prozent bezuschusst werde. Und mit Blick auf die „tragende Relevanz“ hoffe er auf 90 Prozent.

Eine Heizung im Brückenbelag gegen Schnee und Eis im Winter hätte mit zusätzlichen 250 000 Euro zu Buche geschlagen, die Treppe gar mit bis zu 800 000 Euro. Die Entscheidung fiel in beiden Fällen indes nicht nur aus finanziellen Gründen.

Für Diskussionen sorgte vor allem die Frage nach der Befahrbarkeit im Winter, denn das von Ruf als „leicht, filigran und zurückhaltend“ gelobte Bauwerk ist für Fußgänger wie für Radfahrer gedacht. CDU-Fraktionssprecherin Monika Hugger machte sich deshalb angesichts des fünfprozentigen Gefälles – zwischen den Brückenenden gibt es einen Höhenunterschied von acht Metern – für die Heizungslösung aus. Jürgen Mehl (SPD) und Rasmus Reinhardt (CDU) schlossen sich hingegen der Sichtweise der Planer und der Stadtverwaltung an. „Eine Heizung für eine Brücke ist kropfunnötig“, meinte Mehl. Die Wege von und zur Brücke sind schließlich ebenfalls nicht beheizt, sondern höchstens mit Splitt eingestreut.

Viel Hirnschmalz haben die Planer nicht nur in die Brücke, die Material- und Farbwahl investiert, sondern auch bereits in Details des Bauablaufs. Denn der, so machten Pellkofer und Reisch deutlich, ist wegen des Eintaktens in den Zeitplan der weiteren Landesgartenschauarbeiten, der Arbeiten an und über der Bahnstrecke sowie den Platzverhältnissen im Neckartal überaus anspruchsvoll.