Bürgermeisterin Ines Gaehn führte Interessierte auf Einladung der Grünen über das Landesgartenschaugelände.
Was passiert denn da unten? Was sich viele fragen, wenn sie über die Rottweiler Stadtmauer Richtung künftiger Landesgartenschau blicken, bekamen drei Dutzend Menschen auf Einladung der Grünen von Bürgermeisterin und LGS-Geschäftsführerin Ines Gaehn gezeigt.
Los ging’s am Musikpavillon, der bereits fast fertig saniert ist und um einen Kiosk für die Bewirtung bei Veranstaltungen ergänzt wird. Gaehn erklärte, warum alles bis zum Start im Frühsommer 2028 eingezäunt bleiben muss: Das hat mit den Vorschriften und der Umsatzsteuer zu tun. Deshalb werde man auch den Spielplatz im Stadtgraben erst ganz zum Schluss sanieren.
Die Hochmaiengasse wird bis dahin durchgepflastert, die Parkplätze davor kommen weg, und weiter runter Richtung Stadtgraben wird jetzt schon viel gebaut: Der Rampenweg dient der Barrierefreiheit, die in Rottweil eine echter Herausforderung ist.
Entlang der Stadtmauer gibt es nicht nur den Bonifatiusweg, der saniert wird, sondern unterhalb vom Kameralamtsgarten ein Mauergärtlein, das vor gut 100 Jahren der Rottweiler Verschönerungsverein angelegt hat. Weiter unten entsteht der Sozialgarten, in dem es um Themen wie Demenz, Alter, Hören und Sehen gehen wird. Auch ein kleiner Skulpturenpark wird hier entstehen, ebenso ein Garten der Teilorte.
Insgesamt entstehen sechs Kilometer neue Radwege, neben der Brücke vom Stadtgraben zum LGS-Gelände eine weitere, die Radfahrer und Fußgänger über den Neckar und die Bahngleise führt. Überhaupt profitiere die Stadt schon jetzt von der Schau: Viele Zuschüsse fließen deshalb nach Rottweil, unter anderem die Million für den Neubau der ABG-Sporthalle. „Das ist ein riesiges Infrastrukturprojekt“, betonte Ingeborg Gekle-Maier, Grünen-Stadträtin und Organisatorin des Rundgangs.
Der Neckar ist schon weitestgehend renaturiert, allerdings macht der Biber Probleme. Ein Biberbau sei so nah an der alten Betoneinfassung des Neckars, dass man diese an der Stelle nicht wegmachen könne. Zudem müssten die jungen Weiden, die zur Uferbefestigung gepflanzt wurden, mit einem Elektrozaun geschützt werden, denn die seien, so Ines Gaehn, ein echtes „All-you-can-etat-Buffet“ für den Nager.
Über die alte Brücke ging’s dann zu den Streuobstwiesen, die das Zentrum der Schau sein werde. Hier wird eine „Chapelle“ entstehen, die derzeit von Konstanzer Architekturstudenten geplant und dann von Zimmerleuten aus der Schweiz gebaut wird, als Zeichen der Verbundenheit von Rottweil mit der Schweiz.
Die große Veranstaltungsbühne steht auf einer Betonplatte über dem vom alten Gaswerk verseuchten Boden. Hier habe man zwar vieles ausgehoben, so die Bürgermeisterin, doch nicht alles, das werde mit der Zeit durchs Grundwasser ausgeschwemmt. Die Betonplatte müsse daher auch draufbleiben.