Steigende Dividende, sinkende Darlehenszinsen: die Rechnung von Ex-Premier Mappus beim EnBW-Rückkauf geht für das Land nach langer Durststrecke immer besser auf.
Fast 15 Jahre nach dem „EnBW-Deal“ von Ex-Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) geht das Kalkül für das Milliardengeschäft immer besser auf. Die Erträge aus der Dividende des Energiekonzerns übersteigen immer deutlicher die Kosten für die Schulden, mit denen Mappus den Rückkauf von knapp 50 Prozent der Anteile aus Frankreich finanziert hatte. Das ergibt sich aus dem am Freitag veröffentlichten Jahresabschluss der Landesfirma Neckarpri, die die für etwa fünf Milliarden Euro erworbenen Aktien des Landes hält. Die im Juli durchgeführte Kapitalerhöhung von drei Milliarden Euro, die sich das Land und der Landkreiseverbund Oberschwäbische Elektrizitätswerke (OEW) als Großaktionäre teilen, ist darin noch nicht berücksichtigt, ändert aber nichts an dem Erfolgskurs.
Mappus hatte den Aktiencoup am Landtag vorbei als ein Geschäft dargestellt, von dem „die schwäbische Hausfrau begeistert“ sein werde. Wenig später kam es jedoch zur Katastrophe von Fukushima und dem Ausstieg aus der Kernkraft, der die EnBW als „Atomkonzern“ schwer traf. Bei der Finanzierung des Aktienkaufs musste das Land daher lange drauflegen. Erst seit einigen Jahren lassen sich die Zinskosten aus der Dividende decken; darüber hinaus bleibt zudem immer mehr übrig.
Dicker Puffer bei der Dividende
Im Geschäftsjahr 2024/25 der Landesfirma Neckarpri, das am 30. Juni endete, entwickelten sich die beiden zentralen Faktoren weiter erfreulich. Da die EnBW ihre Dividende für 2024 von 1,50 auf 1,60 Euro erhöhte, stiegen die Erträge von 194 auf knapp 207 Millionen Euro. Gleichzeitig konnte die Zinslast um zehn Millionen Euro auf gut 81 Millionen Euro gesenkt werden. Der Jahresüberschuss stieg damit von gut 102 auf gut 124 Millionen Euro. Das Eigenkapital der Neckarpri verbessert sich entsprechend auf knapp 450 Millionen Euro. Damit ist das selbstgesetzte Ziel gesichert, theoretisch zwei Jahre ohne Dividende auskommen zu können.
Für den Wert der Aktien, die Mappus zu gut 40 Euro gekauft hatte, hatte das Land eine Garantie übernommen. Diese kommt weiterhin nicht zum Tragen, da der Wert des Pakets deutlich über dem Einstandskurs liegt. Zuletzt kostete die Aktie zwischen 60 und 70 Euro. Nach der Kapitalerhöhung hält die Firma Neckarpri für das Land etwa 155 Millionen EnBW-Aktien, die für insgesamt 6,75 Milliarden Euro erworben wurden. Um die Zinskosten zu finanzieren, würde eine Dividende von 80 Cent genügen – halb so viel wie zuletzt ausgeschüttet. Für das Jahr 2025 erwartet die EnBW nach ihrem Neun-Monats-Bericht ein geringfügig schwächeres Ergebnis zwischen 4,8 und 5,3 Milliarden Euro.