Schon vor den drei Ampeljahren hatte die Südwest-CDU in Berlin wenig Einfluss. Das könnte sich ändern, kommentiert Reiner Ruf.
Als Spitzenkandidat der baden-württembergischen CDU für die Bundestagswahl tritt Thorsten Frei ein großes Erbe an. Viele Male stand Wolfgang Schäuble ganz oben auf der Landesliste, nun folgt dem Verstorbenen der frühere Oberbürgermeister von Donaueschingen, der sich im Bundestag als zweiter Mann hinter Fraktionschef Friedrich Merz bewährt hat. Frei gilt als aufrechter Konservativer, so wie auch die Südwest-CDU mehrheitlich traditionell ausgerichtet ist.
Merz erhielt auf seinem Weg an die Spitze der Bundespartei viel Zuspruch aus Baden-Württemberg; sollte er das Kanzleramt erreichen, werden seine Unterstützer ihre Siegesdividende einfordern. In den späten Jahren der Kanzlerschaft von Angela Merkel saßen die hiesigen CDU-MdBs in der zweiten Reihe – mit Ausnahme Schäubles. Aber der spielte in einer eigenen Liga. Neben dem Allrounder Frei nimmt der Konstanzer Andreas Jung als Umweltpolitiker eine prominente Rolle ein. Nur fragt sich, ob er lediglich ein Feigenblatt darstellt für eine Partei, die andere Prioritäten setzt. Jedenfalls besteht die schönste Aussicht auf Ämter und Posten. Nur die Wahl muss noch gewonnen werden.