Der Land- und Baumaschinenmechatroniker gehört in seiner Branche zu den Besten in Deutschland. Ausgebildet in Steinach hat der junge Oberwindener seine Leidenschaft zum Beruf gemacht.
Elias Schätzle hat seine Berufung schon früh gefunden. Aufgewachsen auf dem Landwirtschaftsbetrieb seiner Eltern in Oberwinden lernte der heute 20-Jährige das Schrauben an den Maschinen kennen. Mit 16 legte er dann den Grundstein für seine berufliche Karriere in Steinach – mit seiner Ausbildung zum Land- und Baumaschinenmechatroniker bei der ZG Raiffeisen.
Dort arbeitet er noch heute. In der Tasche hat er inzwischen nicht nur seinen Abschluss, sondern auch den Sieg bei den deutschen Meisterschaften im Land- und Baumaschinenmechatroniker-Handwerk. Im Gespräch mit unserer Redaktion gibt Schätzle Einblicke in seine Arbeit, den DM-Wettkampf und erklärt, warum er auch in seiner Freizeit noch Spaß am Schrauben hat.
Wer sich deutscher Meister in seinem Handwerk nennen möchte, muss viele Hürden nehmen. Elf Landessieger traten bei der DM im bayerischen Landshut gegeneinander an. Dass Schätzle antreten durfte, war eine Überraschung.
Zwar wurde er mit seinen Leistungen Kammersieger, als Landessieger wäre aber eigentlich ein anderer Kandidat vorgesehen. „Ich war Zweiter“, erklärt Schätzle. Doch der Erstplatzierte wollte – oder konnte – nicht antreten. Die Chance für Schätzle.
Als Nachrücker zum Wettkampf gekommen
Der Wettkampf hatte es in sich, erinnert sich der junge Mechatroniker. Insgesamt zwölf Aufgaben aus dem gesamten Spektrum des Berufs und mussten an verschiedenen Maschinen bewältigt werden.
„Von der Motorsäge bis zum großen Maishäcksler“, beschreibt Schätzle die unterschiedlichen Stationen. Dort warteten unterschiedliche Prüfungen auf die Kontrahenten. An jeder Maschine mussten die Handwerker auf Fehlersuche gehen – und das unter Zeitdruck. „Für jede Station hatten wir eine halbe Stunde Zeit“, erklärt Schätzle.
„Besonders das schnelle Umschalten zwischen den unterschiedlichen Stationen war sehr anspruchsvoll“, erinnert er sich. Aber auch wenn Schätzle an ein paar Stationen zu kämpfen hatte, reichte es am Ende. Der als Nachrücker ins Rennen gegangene holte den Titel bei der deutschen Meisterschaft mit 92,2 Punkten.
Den Spaß am Schrauben hat Schätzle auch in seiner Freizeit nicht verloren. „Zuhause bin ich automatisch der Haus- und Hofmechaniker“, erzählt er lachend. Aber: Stören tue ihn das nicht. Auch in anderen Bereichen hilft er auf dem Milchviehhof seiner Eltern in Oberwinden, wo er nach wie vor wohnt, mit. In der Winterzeit findet Schätzle zudem beim Skifahren einen Ausgleich zum Berufsleben. Außerdem ist er begeisterter Motorradfahrer. Bei dieser Leidenschaft gehört das Schrauben jedoch wieder dazu, merkt er an.
Für seinen Erfolg bei der deutschen Meisterschaft wurde Schätzle gleich mehrfach gewürdigt. Zunächst stand noch am tag des Wettkampfs die Siegerehrung in Landshut an. Einige zeit später ging es für Schätzle dann nach Frankfurt. In der Main-Metropole waren alle Bundessieger der verschiedenen Handwerke eingeladen.
So traf Schätzle hier etwa auf den deutschen Meister der Brauer-Ausbildung. „Eine Gelegenheit, sich auszutauschen“, erinnert sich der Land- und Baumaschinenmechatroniker. In Frankfurt bekam Schätzle dann auch eine Trophäe in Form eines Pokals überreicht.
Ausgleich beim Ski- und Motorradfahren
Zurück in Steinach arbeitet der 20-Jährige weiterhin bei seinem Ausbildungsbetrieb, der ZG Raiffeisen. Auch hier bekommt es Schätzle mit einer großen Palette an Maschinen zu tun. „Viel Grün- und Forsttechnik“, weiß er. Gerne arbeitet er an den Traktoren, etwa die des Herstellers Fendt. Damit hat er schon früher auf dem elterlichen Bauernhof Erfahrung gesammelt.
Ausruhen auf seinem Erfolg möchte sich Schätzle jedoch nicht. Längerfristig habe er auf jeden Fall eine Weiterbildung im Blick. Den Meister oder Techniker zu erlangen, könne er sich vorstellen, verrät er. Der Titel „deutscher Meister im Land- und Baumaschinenmechatroniker-Handwerk“ wäre für die Bewerbung wohl ideal, schließlich winkt den Handwerk-Bundessiegern ein Stipendium.
Ausbildung
Wer Land- und Baumaschinenmechatroniker werden möchte, muss eine dreieinhalbjährige Ausbildung absolvieren. Die Berufsgruppe zählt zum Elektro- und Metallgewerbe.