Die Spielsucht von Tante Rosel mit ihrem aufgemotzten Schabelporsche beim Laientheater des FC Riedöschingen sorgt bei ihrer Familie auf dem Böckelhof mit (von links) Neffe Hermann, Knecht Karl und Hermanns Frau Gundi für hitzige Diskussionen. Foto: Conny Hahn

Mit dem Dreiakter „Ohne Los, nix Moos“ sorgt das Laientheater des FC Riedöschingen für Lachsalven inklusive Lotto-Glück, Tiefkühltruhe und einer vermeintlich toten Tante Rosel.

Beim Laientheater des FC Riedöschingen am Samstag in der Kompromissbachhalle starteten die Akteure einen gewaltigen Angriff auf die Lachmuskeln der Zuschauer. Nach der Nachmittagsvorstellung konnte sich der Vorsitzende des Fußballclubs, Björn Werhan, am Abend über einen komplett gefüllten Saal freuen.

 

Nach fünf Jahren Pause trat die Theatergruppe zur 40. Aufführung an. Regisseur Ottmar Keller hatte zu diesem Jubiläum ein besonders amüsantes Stück ausgesucht: den Dreiakter „Ohne Los, nix Moos“, den die neun Akteure hervorragend umsetzten und damit für unzählige Lacher im Publikum sorgten.

Tante Rosel (Bianca Schey) ist Rentnerin und wohnt bei ihrem Neffen Hermann (Nicolai Keller) und dessen Frau Gundi (Corinna Hornung) auf dem Böckelhof im Pfaffenhölzle, auf dem auch Knecht Karl (Andreas Metzger) arbeitet.

Als Tante Rosel nach der telefonischen Nachricht über den geknackten Lotto-Jackpot der Schlag trifft, ist schnelles Handeln gefragt. Kurzerhand soll die totgeglaubte Seniorin im Gefrierschrank frisch gehalten werden. Foto: Conny Hahn

Die Seniorin hat im Laufe der Zeit eine wahre Spielsucht entwickelt und klopft mit ihrem Hang zu Preisausschreiben, Rätselraten und Lottospielen in Elfriedes (Christine Kullmann) Lottoladen fast ihre gesamte Rente auf den Kopf. Auch wenn dies ihrer Familie missfällt, bleibt die Tante bei ihrem Wahlspruch: „Wer nichts wagt, der nichts gewinnt.“

Seniorin knackt den Jackpot

Die Seniorin mit ihrem erstklassig ausgestatteten Rollator alias „Schabelporsche“ soll Recht behalten. Tatsächlich knackt sie eines Tages den Lotto-Jackpot. Als sich Herr Glückauf (Daniel Burger) von der Lottozentrale telefonisch ankündigt, um den Gewinn persönlich zu überbringen, trifft Tante Rosel vor Freude der Schlag.

Dies sorgt für gewaltige Turbulenzen auf dem Böckelhof. Die gesamte Familie, die sich plötzlich im Glücksrausch wähnte und bereits den großen Lottogewinn verplante, sieht diesen schnell wieder entschwinden, da an Tote bekanntlich nichts ausbezahlt wird.

Als plötzlich dreimal eine Tante Rosel auftaucht, ist das Chaos perfekt und sowohl Pfarrer Gottlob als auch Herr Glückauf von der Lottozentrale riechen den Braten und merken, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Foto: Conny Hahn

Nachdem die vermeintlich tote Tante kurzerhand im Gefrierschrank deponiert wurde, schmieden alle fieberhaft Pläne, um doch noch an die großen Millionen zu gelangen. Sofort werden Ideen in die Tat umgesetzt, die für weiteren Wirbel sorgen. So gibt sich Olinka Böckel (Sabine Dullenkopf), die feine böhmische Dame mit ihrem osteuropäischen Akzent und Frau von Hermanns Bruder Eberhard (Sven Deschle), als Tante Rosel aus. Dieselbe Idee hatte allerdings auch Karl.

Empört können es (von links) Hermann und Gundi Böckel, Herr Glückauf von der Lottozentrale und Knecht Karl nicht fassen, dass Elfriede aus dem Lottoladen, Olinka und ihr Mann Eberhard nichts unversucht lassen, um sich die Gunst von Tante Rosel zu erobern und so doch noch an den großen Lottogewinn zu kommen. Foto: Conny Hahn

Als die beiden gleichzeitig im Raum erscheinen, als Pfarrer Gottlob (Heiko Straub) zu Besuch kommt und dann auch noch die wahre Tante Rosel wieder zu sich kommt und mit Frostbeulen dem Gefrierschrank entsteigt, ist das Chaos perfekt.

Zu allem Unglück bleibt auch der gewinnträchtige Lottoschein verschwunden, der zur Gewinnauszahlung zwingend nötig ist. Elfriede, Olinka und Eberhard, die nichts unversucht gelassen haben, sich einen Teil des Gewinns zu sichern, ziehen schließlich von dannen.

Erst dann lüften Pfarrer Gottlob und Herr Glückauf das Geheimnis ihrer abgestimmten Inszenierung um den verloren geglaubten Lottoschein und ermöglichen so doch noch die geplante Gewinnüberbringung.

40. Aufführung

Ihr Debüt
gaben Sven Deschle, Sabine Dullenkopf, Daniel Burger und Heiko Straub. Auch die weiteren Akteure begeisterten: Bianca Schey (zum zweiten Mal dabei), Nicolai Keller (2), Corinna Hornung (16), Christine Kullmann (8) und Andreas Metzger (16). Nachdem Rolf Bäurer das Theater Anfang der 1980er-Jahre ins Leben gerufen hatte, hob sich der Vorhang zum 40. Mal.