Mit der Komödie „Moral ist, wenn man es trotzdem macht“ sorgte die Laienschauspielgruppe des SV Fützen beim Publikum in der Buchberghalle für viele Lacher.
Mit ihrem Dreiakter „Moral ist, wenn man es trotzdem macht“, traf die illustre Laienschauspielgruppe des SV Fützen bei vollem Haus in der Buchberghalle voll den Geschmack der anwesenden Gäste.
Die acht Darsteller lebten ihre Rollen und verursachten mit urigem Minenspiel, fetzigen Dialogen und verblüffendem Schauspieltalent einige Lacher. Das Thema gab alles her und die Bühne verwandelte sich zu einem Spektakel theatralischer Kleinkunst.
Unter anderem stand für die Darstellerinnen und Darsteller das Geschehen um einen neu eröffneten Nachtclub mitten in der Idylle des Dorflebens von Fützen auf dem Programm. Als der Verlobte der Tochter eines Fützener Wirtepaars die Einweihung eines wenig seriösen neuen Lokales feiert, löst dies bei den Nachbarn oder den Bediensteten Schrecken und Leidenschaften aus.
Von der Vorsitzenden des Moralistenvereins bis zum Hausknecht waren gespielte Empörung, aber auch heimliche Neugierde zu erkennen. In ihren ländlichen Dialogen ließen die vier Paare nichts aus und von großer Naivität bis zum hemmungslosen Tanz war für das Publikum alles zu sehen.
Beim Eltern- und Wirtepaar mit Erwin, gespielt von Markus Röthenbacher und Helga (Steffi Palka), wurde das seriöse Zusammenleben mit viel Charakter und sorgenreichen Falten in glaubwürdiger Art und Weise zelebriert. Erwin als der souveräne Herr des Hauses und Erna mit ihrer stiefmütterlichen Einfalt gaben auf der Bühne ein fast perfektes Ehepaar ab, bei dem durch die Entscheidung ihrer Tochter eine Welt zusammen brach.
Skurrile Bewegungskunst
Die kleinbürgerliche Tochter Sabine, dargestellt von Verena Basler, war auf den wortgewandten und vulgären Charme des typischen Machos Benno (Edgar Basler) hereingefallen und das ungleiche Paar gab alle Facetten unterschiedlicher Eigenschaften preis.
Mit Hawaii-Hemd und blonder Aufreißerfrisur, geschmückt mit goldenen Accessoires, präsentierte sich der Verlobte Benno als perfekter Möchtegern-Playboy. Diesem, für das Dorf Fützen, völlig ungewohnten Charme, hatte auch die Vorsitzende des örtlichen Moralistenvereins Frieda (Manuela Gleichauf-Balukcic), trotz anfänglicher Gegenwehr nur wenig entgegenzusetzen und war nach einigen mutigen Schnäpsen den Verführungskünsten des Machos völlig verfallen.
Ihre animierende Tanzeinlage zeigte einiges an skurriler Bewegungskunst, auch das Publikum war völlig aus dem Häuschen. Ihr trotteliger Ehemann Sepp (Andreas Palka), der sich zum Finale als dominierender Chef der Ehe verwandelte, zeigte gleich zwei überzeugende Gesichter. Was sich mit dem Knecht des Hauses Karl (Andy Keller) und der Magd Erna (Sabine Gruber) im ständigen Zwiespalt entwickelte, war ebenfalls nicht zu toppen.
Mit angeborener Verführungskunst versuchte die liebesbedürftige Magd alles, um ihren angebeteten Hausburschen zu verführen. Ihre naive Inbrunst stieß aber kaum auf Gegenliebe. Ihre kontroverse Gegenwehr zu den Absichten des Machos Benno war aber für ein glückliches Ende im dritten Akt der Schlüssel für ein homogenes Finale.
Das heikle Durcheinander, in dem sich einige Abgründe offenbarten, kam beim Publikum bestens an und das fast dreistündige Bühnenstück löste bei allen Zuschauern Begeisterung aus.
Die Beteiligten
Das Theaterstück
Neben der Regisseurin Verena Basler, die auch die Bühne mit viel Charme beherrschte, tragen einige weitere Mitstreiter zum Gelingen des traditionellen Theaterstückes des SV Fützen bei. Als immer konzentrierte Souffleuse war Birgit Gut gefordert. Günther Hehne für die Kulisse, Carina Weber für die Maske sowie Karl-Heinz und Gabi Basler als langjährige Initiatoren des SV Theaters, trugen im Hintergrund maßgeblich zum Gelingen dieser Aufführung bei. Über Monate wurde dreimal wöchentlich im Vorfeld geprobt.