Für 17 Schüler des Clara-Schumann-Gymnasiums war es ein besonderer Nachmittag: Der französische Generalkonsul Gaël de Maisonneuve war an die Schule gekommen, um ihnen eine Plakette für ihr fortgeschrittenes Französisch zu überreichen.
In der alten Turnhalle der Schule erhielten Schüler das international anerkannte Sprachzertifikat DELF. In den Reden von Schulleitung, Regierungspräsidium, OB und Generalkonsul stand die Zukunft der länderübergreifenden Freundschaft im Mittelpunkt.
Zur Einstimmung führte der Unterstufenchor unter Leitung von Daniel Roos zwei Stücke auf. Gekleidet waren die Kinder in Blau, Weiß und Rot. Eine Schülerin nahm es besonders ernst und trug einen weißen und einen roten Schuh. Im weiteren Verlauf des Nachmittags spielte Roos im Duett mit dem deutsch-französischen Schüler Félix Paul Eliséo.
Schulleiterin Ev Tschentschel lobte die Schüler in ihrer Rede: „Euer Erfolg ist inspirierend und verdient große Anerkennung.“ Die Prüfungen erfordern viel Fleiß, Engagement und Ausdauer. Dabei hob sie auch das Engagement der Lehrer hervor.
Teilnahme an DELF ist für CSG Alleinstellungsmerkmal
Zudem betonte sie, wie wichtig es sei, Brücken zwischen den Ländern zu stärken und die kulturellen und sprachlichen Kompetenzen bei jungen Menschen zu fördern. Der Besuch des französischen Generalkonsuls unterstreiche die Bedeutung von Freundschaft und Zusammenarbeit. So nah an der Grenze haben viele Menschen persönliche Verbindungen nach Frankreich, so Tschentschel.
Die Schüler seien die Zukunft dieser Freundschaft. Durch Austausch und Zusammenarbeit lernen sie nicht nur eine andere Sprache und Kultur kennen, sondern auch die Bedeutung von Toleranz, Respekt und Zusammenarbeit. „Diese Werte sind die Grundlage für ein vereintes Europa und eine friedliche Welt“, sagt die Schulleiterin.
Für Michael Fuchs, Fachreferent für Französisch am Regierungspräsidium Freiburg, ist DELF bis heute ein Gewinn für die deutsch-französische Freundschaft und Kooperation. Mit der Teilnahme am Projekt habe das CSG ein Alleinstellungsmerkmal – schließlich ist die Schule die einzige in Lahr, die den Erwerb der Plakette anbietet.
De Maisonneuve und Ibert sprechen die französischen Wahlen an
Tagespolitisch wurde OB Markus Ibert. Die deutsch-französische Freundschaft sei für Lahr heute eine Selbstverständlichkeit, er nennt die engen Verbindungen zur Partnerstadt Dole. Es brauche keine Jubiläen, man treffe sich auch mal einfach so. „Dieses Selbstverständnis brauchen wir auch im Rahmen des europäischen Einigungsprozesses“, so Ibert.
Bei aller Freude über das Ergebnis der französischen Wahlen wolle er die jungen Menschen anregen, das Selbstverständliche nicht als gottgegeben hinzunehmen, sondern daran zu arbeiten, dafür einzustehen. Man müsse „Stopp“ sagen, wenn Menschen glauben, dass es die Europäische Union nicht brauche. Vor dem europäischen Einigungsprozess sei die Lage eine ganz andere gewesen: „Es ging uns miserabel.“
Generalkonsul de Maisonneuve freute sich, dass sowohl Stadtverwaltung, Regierungspräsidium, Schüler, Lehrer als auch Eltern gekommen waren. Auch er ging auf die jüngsten Geschehnisse in Frankreich ein. Es sei eine besondere Zeit, die Lage war unsicher. Was aber bleiben solle, sei die Freundschaft zu Deutschland. Der kulturelle und sprachliche Austausch sei zentral.
Zahlen zum DELF
Das Partnerschaftsprojekt startete im Schuljahr 2017/2018. Laut Fuchs waren zu Beginn in Baden-Württemberg 74 Gymnasien – darunter auch das CSG – dabei. 2022/2023 waren es 187 Schulen, die an den B1-Prüfungen teilnahmen. Inzwischen können sich auch Real- und Gemeinschaftsschulen an DELF beteiligen.