Ende Dezember spielte der Lahrer Robert Wagner (rechts) noch mit Kiel gegen Dynamo Dresden. Wenige Tage später wurde sein Wechsel zu den Sachsen bekannt. Foto: Michael Hundt/dpa

Der SC Freiburg ist personell so stark besetzt wie selten, der Lahrer Robert Wagner daher verliehen. Nun wechselt er seinen Leihclub. SC-Trainer Julian Schuster erklärt die Gründe.

Es war der 26. August 2022, als der Traum von Robert Wagner in Erfüllung ging. Der damals 19-jährige Fußballprofi des SC Freiburg wurde wenige Minuten vor Schluss von Christian Streich gegen Bochum eingewechselt – und wurde damit nach Sascha Riether und Timo Reus der dritte Lahrer Bundesliga-Spieler. Für die Freiburger absolvierte Wagner im Laufe der Saison 2022/2023 insgesamt vier Bundesliga-Spiele, zudem war er einmal in der Europa League auf dem Feld.

 

Nach dieser Saison, Wagners ersten als fester Bestandteil des Freiburger Bundesligakaders, verließ der gebürtige Lahrer und Ex-Spieler des SC Lahr den SCF auf Leihbasis – und hat nun mit dem Zweitligisten Dynamo Dresden bereits den vierten Leihclub. Zuvor hießen seine Stationen Greuther Fürth, St. Pauli und Holstein Kiel. Bei den „Störchen“ startete Wagner in die aktuelle Saison, bereits im Winter folgte jedoch der Abgang.

Eine Entscheidung, bei der auch der SC Freiburg als Wagners Stammverein involviert war. „Natürlich ist ein großer und wichtiger Aspekt einfach auch die Spielzeit. Aber nicht nur. Es ist auch manchmal der Weg, um zur Spielzeit zu kommen – das ist auch wichtig“, sagte SCF-Trainer Julian Schuster über die Situation von Wagner und Noah Weißhaupt, der im Winter ebenfalls den Leihverein gewechselt hat. Bei den beiden sprach im Winter einiges für eine Veränderung. Gemeinsam mit der Spielerseite sei man zu dem Entschluss gekommen, „dass eben auch diese Veränderungen für ihre persönliche Entwicklung hilfreich sein könnte“, erklärte Schuster auf der ersten Pressekonferenz des Jahres.

Im defensiven Mittelfeld hat Julian Schuster zahlreiche Optionen

„Ich glaube, dass sich es jetzt – auch durch die Entwicklung des Vereins und der Mannschaft – dann auch so ergeben hat, dass wir aktuell doch die eine oder andere Leihe mehr haben. Weil wir einfach sehr gut aufgestellt sind“, so Schuster weiter.

Und in der Tat: Der defensive Mittelfeldspieler Wagner hätte im derzeitigen SCF-Kader wohl kaum Chancen auf regelmäßige Einsätze in Bundesliga, Europa League und DFB-Pokal. Maximilian Eggestein ist als Sechser absolut gesetzt und neben ihm spielen wahlweise Patrick Osterhage oder Johan Manzambi, der den Part auf der Doppelsechs offensiver interpretiert. Für Nicolas Höfler – früher Platzhirsch auf der Freiburger Sechs – bleibt meistens nur die Bank. „Wir haben aber Fantasien, dass sie bei entsprechender Entwicklung in Zukunft für uns einfach auch wichtig werden können“, sagte Schuster über die Leihspieler.

Das sagt Robert Wagner zu seinem Wechsel

„Bei St. Pauli war ich in der Saison zuvor viel verletzt. Mir war wichtig, dieses Jahr in den Rhythmus zu kommen und viele Spiele am Stück zu haben. Die Bundesliga ist schließlich mein Ziel“, wird Wagner in der „Bild“ zitiert. In Dresden soll es nun klappen. Beim Zweitliga-Aufsteiger, der auf dem letzten Platz überwintert hat, trifft Wagner auch auf einen alten Bekannten aus Freiburger Zeiten: Trainer Thomas Stamm.

Thomas Stamm und Robert Wagner kennen sich aus Freiburg

Von 2015 bis 2024 war Stamm beim SC Freiburg in der Fußballschule tätig, zunächst in der U 19 und später trainierte er die zweite Mannschaft in Liga drei. Bis zu seinem Wechsel nach Fürth im Jahr 2023 war Robert Wagner mit dabei. Klar, dass Stamm bei der Entscheidung für Dresden eine Rolle für den Lahrer gespielt hat. „Thomas Stamm hat mir einen Plan aufgezeigt und kennt meine Stärken. Ich weiß, wie er tickt – und umgekehrt. Das hat mir das beste Gefühl gegeben. Er kann Spieler entwickeln und besser machen. Das ist eine seiner großen Stärken“, sagt Wagner.

Mission Klassenerhalt mit Dynamo Dresden

Bereits im Sommer gab es Gespräche zwischen ihm und Dresden, damals entschied sich Wagner jedoch für Kiel. Mit einem halben Jahr Verspätung ist er nun im Team seines Ex-Trainers gelandet und kämpft mit den Sachsen um den Klassenerhalt in Liga zwei. Dass die erneute Zusammenarbeit mit Stamm wieder eine Erfolgsgeschichte wird, dagegen hätte wohl auch Wagners Hauptverein, der SC Freiburg, absolut nichts einzuwenden.