Zwischen Leihspieler Robert Wagner und Dynamo Dresden hat es gefunkt. Die Sachsen würden den Lahrer gerne fest verpflichten – der hat aber noch beim SC Freiburg Vertrag.
Eine zu Beginn schwierige Saison endete für den Lahrer Fußballprofi Robert Wagner am letzten Spieltag der zweiten Fußball-Bundesliga mit einem Happy End. Mit der SG Dynamo Dresden, zu der Wagner erst in der Winterpause leihweise vom SC Freiburg gewechselt war, feierte er den Klassenerhalt.
„Der Fußballgott wollte es so, dass wir den Klassenerhalt zu Hause klarmachen. Ich bin einfach froh, dass wir es jetzt geschafft haben. Da fällt auf jeden Fall eine Last ab“, sagte Wagner. Nachdem seine Hinrunde als Leihspieler bei Holstein Kiel alles andere als befriedigend verlief, wechselte er im Winter zum damaligen Schlusslicht der zweiten Bundesliga – dem Aufsteiger Dynamo Dresden. Dass die Sachsen am Ende als Elfter (41 Punkte) die Klasse hielten, war auch Wagner zu verdanken.
Der Rotschopf, der aufgrund seiner Frisur zuweilen mit Popstar Ed Sheeran verglichen wurde, wurde im Team von Trainer Thomas Stamm sofort Stammspieler und fehlt nur zweimal aufgrund einer Sperre. Dass es bei Dynamo und Wagner spielerisch auf Anhieb harmonierte, ist kein Zufall: Stamm war viele Jahre als Coach in der Freiburger Fußballschule tätig, Wagner war unter ihm Teil des damaligen Drittliga-Kaders.
Laut „Bild“ hat Dresden ein Angebot an den SC Freiburg geschickt
In Dresden schrieben die beiden nun eine weitere Erfolgsgeschichte. Bekommt diese in der kommenden Saison eine Fortsetzung? Eine finale Antwort auf diese Frage gibt es bisher nicht. Dynamo hätte den defensiven Mittelfeldspieler, der in der Rückrunde für Struktur und Sicherheit im Spiel sorgte, gerne auch in der kommenden Saison im Kader. Wie die „Bild“ am Mittwoch berichtete, haben die Sachsen dem SC Freiburg ein erstes Angebot unterbreitet.
Wagner kam von Anfang an in Dresden gut zurecht
Denn noch steht Wagner beim Sport-Club, bei dem er den Sprung aus der Fußballschule zu den Profis schaffte, unter Vertrag – dieser läuft Berichten zufolge noch bis 2027. Eine weitere Leihe in der kommenden Saison wäre unter diesen Bedingungen nicht möglich. „Voraussetzung ist weiterhin, dass nach Ablauf der Ausleihe eine weitergehende vertragliche Bindung zwischen dem Spieler und dem Club, zu dem er zurückkehrt, besteht“, heißt es vonseiten der deutschen Fußballliga (DFL).
Eine Vertragsverlängerung im Breisgau mit anschließender Leihe sind laut „Bild“ allerdings „ausgeschlossen“. Erst am Mittwoch machte der SC Freiburg zudem den Transfer von Rihito Yamamoto offiziell. Der Japaner kam bei seinem bisherigen Verein vornehmlich auf der Doppelsechs zum Einsatz und wäre damit ein weiterer Konkurrent für den defensiven Mittelfeldspieler aus Lahr.
Eine wichtige Phase in der Karriere des Lahrers
Demnach steht Wagners Karriere in diesem Sommer vor einem Scheideweg: Verlässt er seinen Ausbildungsverein, bei dem er in der kommenden Saison wohl nicht über die Rolle des Ergänzungsspielers hinauskommen würde? Unter Ex-Trainer Stamm wäre er in Dresden auch weiterhin felsenfest gesetzt und würde viel Spielzeit in der zweiten Bundesliga sammeln. Zudem sollen auch weitere Vereine an Wagner Interesse haben, Details dazu sind jedoch nicht bekannt.
Philipp Treu als Beispiel für Wagner?
Dass der SC Freiburg im Sinne der Entwicklung seiner Spieler auch bereit ist, diese zunächst ziehen zu lassen, zeigt das Beispiel Philipp Treu. 2017 kam er in die SC-Jugend, nach mehreren Jahren in der zweiten Mannschaft (unter Trainer Stamm und gemeinsam mit Wagner) wechselte er 2023 zum FC St. Pauli in die zweite Bundesliga.
Mit den Kiezkickern stieg Treu auf und spielte ein Jahr Bundesliga, ehe der SC Freiburg ihn verpflichtete und sich diese Rückholaktion dem Vernehmen nach mehr als fünf Millionen Euro kosten ließ. Ein Investment, das sich auszahlte: Der flexible Außenverteidiger Treu war in der zurückliegenden Saison Stammspieler unter Trainer Julian Schuster, unter anderem spielte er im Europa-League-Finale gegen Aston Villa über die volle Distanz.
Ob Wagner einen ähnlichen Weg gehen kann, wird sich zeigen. Derzeit weilt der Lahrer noch im Urlaub in Mexiko. In der Heimat bemüht sich unterdessen Dynamo Dresden um den Spieler, der großen Anteil am umjubelten Klassenerhalt in der zweiten Bundesliga hatte.