Direktkandidaten aus dem Wahlkreis Lahr beantworten im Wahlcheck Fragen, die die Menschen in der Region bewegen. Heute geht es um bezahlbares Wohnen.
Am 8. März sind die Menschen in Baden-Württemberg aufgerufen, einen neuen Landtag zu wählen. Während die Zweitstimme an eine Partei geht, wählen die Menschen mit der Erststimme einen Direktkandidaten für das Parlament.
Unsere Redaktion hat Sandra Boser (Grüne), Marion Gentges (CDU), Benjamin Rösch (AfD), Kai Schröder-Klings (SPD), Udo Zahn (FDP) und Jana Kühl (Linke), Fragen zu verschiedenen Themenkomplexen gestellt. Diese Woche geht es um Wohnen und Soziales.
Sandra Boser (Grüne):
Bezahlbarer Wohnraum ist zentral: Wir senken die Hürden beim (Um-)Bauen und die Baukosten mit neuen Standards, beschleunigen Genehmigungen durch transparente Prozesse, erleichtern Umnutzung von Bestandsgebäuden, entlasten Ersterwerbende finanziell und investieren in Innovation, Klimaschutz und sozialen Wohnraum. Und eine passende Mietpreisbremse.
Marion Gentges (CDU):
Ja, wenn wir deutlich mehr bauen. Bezahlbares Wohnen entsteht durch schnellere Genehmigungen, einfachere Standards und aktive Baulandmobilisierung. Zusätzliche Regulierung senkt keine Mieten, mehr Wohnraum schon.
Benjamin Rösch (AfD):
Das ist eine Frage von Angebot und Nachfrage. Durch Familienförderung, viel weniger Bürokratie und Kostensenkungen beim Bau sowie eine gesteuerte Migration kann man beides wieder in ein angemessenes Verhältnis bringen. Durch Eingriffe in den Markt erreicht man dagegen nur, dass kein Geld mehr dem Bau von Wohnungen zur Verfügung gestellt wird.
Kai Schröder-Klings (SPD):
Die Mehrheit lebt zur Miete und der Traum vom Eigenheim ist für viele leider unerreichbar. Schlimmer noch sind daher die explodierten Mieten – beides ein klares Marktversagen. Wir brauchen deshalb einen massiven Ausbau von Wohnraum in gemeinwohlorientierter Hand, etwa durch Kommunen oder Genossenschaften, um bezahlbares Wohnen dauerhaft zu sichern.
Udo Zahn (FDP):
Auch in Lahr und der Ortenau spüren Familien und junge Menschen die stark gestiegenen Wohnkosten. Bezahlbar wird Wohnen nur, wenn wir günstig, schneller bauen und sanieren: weniger Auflagen, zügige Genehmigungen und niedrigere Grunderwerbsteuer. Mehr Angebot statt staatlicher Eingriffe schafft dauerhaft Entlastung für Mieter und Käufer.
Jana Kühl (Linke):
Ja, wenn wir politisch umsteuern. Wohnen ist ein Grundrecht! Wir fordern einen bundesweiten Mietendeckel, um Mieten effektiv zu regulieren. Wir brauchen ein Sondervermögen für den Bau von jährlich 20 000 Sozialwohnungen im Land. Bodenspekulation muss beendet werden, indem öffentliche Grundstücke nur noch in Erbpacht vergeben werden.