Direktkandidaten aus dem Wahlkreis Lahr beantworten im Wahlcheck Fragen, die die Menschen in der Region bewegen. Heute geht es um bezahlbare Gesundheitsversorgung.
Am 8. März sind die Menschen in Baden-Württemberg aufgerufen, einen neuen Landtag zu wählen. Während die Zweitstimme an eine Partei geht, wählen die Menschen mit der Erststimme einen Direktkandidaten für das Parlament.
Unsere Redaktion hat Sandra Boser (Grüne), Marion Gentges (CDU), Benjamin Rösch (AfD), Kai Schröder-Klings (SPD), Udo Zahn (FDP) und Jana Kühl (Linke), Fragen zu verschiedenen Themenkomplexen gestellt. Diese Woche geht es um Wohnen und Soziales.
Sandra Boser (Grüne):
Gesundheit bleibt bezahlbar, wenn wir sie ganzheitlich denken. Wir setzen auf Prävention, starke öffentliche Versorgung sowie wohnortnahe Angebote und Digitalisierung. Wir unterstützen pflegende Angehörige sowie Pflegekräfte und verbessern Arbeitsbedingungen. So stellen wir sicher, dass Gesundheit für alle bezahlbar bleibt.
Marion Gentges (CDU):
Wir haben in Deutschland die mit am höchsten Gesundheitsausgaben. Den Krankenkassen droht eine große finanzielle Lücke, die es zu schließen gilt. Eine Reform unseres Gesundheitswesens wird unumgänglich sein. Dabei muss es das Ziel sein, dass eine gute und flächendeckende Gesundheitsversorgung auch in Zukunft sichergestellt ist.
Benjamin Rösch (AfD):
Es ist traurig, aber eine Gesundheitsversorgung für alle auf dem aktuellen Niveau wird schwierig zu finanzieren sein. Andererseits ist Gesundheit ein hohes Gut. Es wird wohl leider Leistungseinschränkungen und mehr Eigenbeteiligung geben. Bei nachgewiesener Risikoerhöhung durch ungesunde Verhaltensweisen wäre letzteres wohl sogar geboten.
Kai Schröder-Klings (SPD):
Gesundheit ist ein Grundrecht, kein Profitgeschäft. Wir leisten uns eines der teuersten Systeme weltweit bei nur mittelmäßigen Ergebnissen. Das Geld ist da, wird aber falsch verteilt. Wir brauchen eine Bürgerversicherung, in die alle einzahlen – auch Gutverdiener, Selbstständige und Beamte. Die ungerechte Zwei-Klassen-Medizin müssen wir beenden!
Udo Zahn (FDP):
Nein, wenn wir das System effizienter machen. Entscheidend sind weniger Bürokratie, mehr Digitalisierung und eine verlässliche Krankenhausplanung im Land. Geld muss in die Versorgung der Patienten fließen statt in Verwaltung. Mit guter Prävention, moderner Medizin und starken Standorten wie in der Ortenau sichern wir Qualität und Bezahlbarkeit.
Jana Kühl (Linke):
Nicht, wenn wir das Finanzierungssystem ändern. Wir wollen eine solidarische Gesundheits- und Pflegevollversicherung, in die alle einzahlen und bei der alle Einkommensarten berücksichtigt werden. Zudem müssen Fallpauschalen abgeschafft und durch eine kostendeckende Finanzierung ersetzt werden, damit Profite nicht zulasten der Versorgung gehen.