Die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer – was sollte man dagegen tun? Foto: Köhler

Direktkandidaten aus dem Wahlkreis Lahr beantworten im Wahlcheck Fragen, die die Menschen in der Region bewegen. Heute geht es um die Schere zwischen Arm und Reich.

Am 8. März sind die Menschen in Baden-Württemberg aufgerufen, einen neuen Landtag zu wählen. Während die Zweitstimme an eine Partei geht, wählen die Menschen mit der Erststimme einen Direktkandidaten für das Parlament.

 

Unsere Redaktion hat Sandra Boser (Grüne), Marion Gentges (CDU), Benjamin Rösch (AfD), Kai Schröder-Klings (SPD), Udo Zahn (FDP) und Jana Kühl (Linke), Fragen zu verschiedenen Themenkomplexen gestellt. Diese Woche geht es um Wohnen und Soziales.

Sandra Boser (Grüne):

Indem wir Chancengerechtigkeit mit einem verbindlichen und gebührenfreien letzten Kita-Jahr, dem Ausbau von Ganztagesschulen, Stärkung von beruflicher (Weiter-)Bildung, sozialer Teilhabe und guter Infrastruktur in Stadt und Land fördern. Wir setzen außerdem auf faire Löhne und bezahlbaren Wohnraum, damit Wohlstand und Chancen für alle wachsen.

Marion Gentges (CDU):

Entscheidend ist, die Ursachen von Armut zu bekämpfen. Deshalb gilt es, bei unseren Kindern, anzufangen und dafür Sorge zu tragen, dass jedes Kind die besten Bildungs- und Teilhabechancen erhält. Zudem kommt es auf einen funktionierenden Arbeitsmarkt sowie ein faires Sozialsystem an, das die stützt, die auf Hilfe angewiesen sind.

Benjamin Rösch (AfD):

Wir haben eine Politik für Arme und für Reiche, deshalb gibt es von beiden immer mehr. Politik muss aber von der Mittelschicht her gedacht werden, die Wirtschaft, Staat und Kultur trägt und sie muss es besonders für diese Mittelschicht attraktiv und möglich machen, Leistung zu bringen, Familien zu gründen und sich etwas aufzubauen.

Sie wollen in den Landtag (von links oben nach rechts unten): Sandra Boser (Grüne), Marion Gentges (CDU), Benjamin Rösch (AfD), Kai Schröder-Klings (SPD), Udo Zahn (FDP) und Jana Kühl (Linke). Foto: Parteien/privat

Kai Schröder-Klings (SPD):

Die Schere zwischen Arm und Reich ist immer weiter auseinandergegangen und steht nun viel zu weit offen. Wir müssen dringend umsteuern! Das gelingt durch Entlastung von Arbeit und faire Besteuerung großer Vermögen. Arbeit und Konsum tragen circa 60 Prozent der Steuern, Vermögen und Erbschaften nur circa ein Prozent. Höchste Zeit für mehr Gerechtigkeit!

Udo Zahn (FDP):

Fleiß, Mittelstand und starke Betriebe halten unsere Region erfolgreich. Entscheidend ist: Arbeit und Mehrarbeit müssen sich lohnen. Mit bester Bildung, moderner Infrastruktur, schnelleren Genehmigungen und mehr Chancen auf Eigentum schaffen wir Aufstieg durch Leistung. Eine starke Wirtschaft macht Lust auf Zukunft statt auf Umverteilung.

Jana Kühl (Linke):

Wir müssen Reichtum umverteilen. Wir fordern die Wiedereinführung der Vermögensteuer für Millionäre und eine Reform der Erbschaftssteuer, um riesige Vermögensübertragungen zu besteuern. Damit finanzieren wir Investitionen in Bildung, Gesundheit und Infrastruktur. Wir wollen den Niedriglohnsektor durch einen Mindestlohn von 17 Euro abschaffen.