Der Ärztemangel auf dem Land beschäftigt die Menschen in der Region. Foto: © BillionPhotos.com - stock.adobe.com

Direktkandidaten aus dem Wahlkreis Lahr beantworten im Wahlcheck Fragen, die die Menschen in der Region bewegen. Heute geht es um Ärztemangel auf dem Land.

Am 8. März sind die Menschen in Baden-Württemberg aufgerufen, einen neuen Landtag zu wählen. Während die Zweitstimme an eine Partei geht, wählen die Menschen mit der Erststimme einen Direktkandidaten für das Parlament.

 

Unsere Redaktion hat Sandra Boser (Grüne), Marion Gentges (CDU), Benjamin Rösch (AfD), Kai Schröder-Klings (SPD), Udo Zahn (FDP) und Jana Kühl (Linke), Fragen zu verschiedenen Themenkomplexen gestellt. Diese Woche geht es um Verkehr und Infrastruktur.

Was tun Sie gegen den Ärztemangel auf dem Land?

Sandra Boser (Grüne):

Wir stärken die haus- und kinderärztliche Versorgung durch das Hausärzteprogramm und durch die Landärztequote. Zudem setze ich mich für eine stabile Krankenhauslandschaft, den Ausbau ambulanter Strukturen sowie für mehr Gesundheits- und Pflegepersonal durch mehr Ausbildungsplätze und gezielter Zuwanderung ein.

Marion Gentges (CDU):

Ich habe an der Einführung einer Landarztquote mitgewirkt und setze mich für bessere Rahmenbedingungen für Haus- und Facharztpraxen ein, etwa durch weniger Bürokratie, den Ausbau Medizinischer Versorgungszentren und mehr Vernetzung. Telemedizin kann gerade im ländlichen Raum helfen, Praxisschließungen zu vermeiden.

Benjamin Rösch (AfD):

Wir brauchen mehr Medizinstudienplätze und sollten einen Teil davon mit Landesstipendien verknüpfen, die mit entsprechenden Bedingungen verbunden sind. Im ländlichen Raum niedergelassene Allgemeinmediziner, Kinderärzte, Neurologen und Psychosomatiker sollten vom Land einen finanziellen Bonus erhalten.

Sie wollen in den Landtag (von links oben nach rechts unten): Sandra Boser (Grüne), Marion Gentges (CDU), Benjamin Rösch (AfD), Kai Schröder-Klings (SPD), Udo Zahn (FDP) und Jana Kühl (Linke). Foto: Parteien/privat

Kai Schröder-Klings (SPD):

Wir stoppen den Mangel durch 500 zusätzliche Medizinstudienplätze und eine konsequente Landarztquote. Wir zwingen die Kassenärztliche Vereinigung, ihren Sicherstellungsauftrag endlich zu erfüllen, und kämpfen für den Erhalt sowie die Wiedereröffnung der Notfallpraxen. Medizinische Versorgung darf kein Privileg für Städter sein!

Udo Zahn (FDP):

Wir müssen Niederlassungen erleichtern: weniger Bürokratie, mehr digitale Versorgung, flexible Arbeitsmodelle und attraktive Rahmenbedingungen. Gelder müssen dort eingesetzt werden, wo sie wirken – beim Patienten statt in aufgeblähter Verwaltung der Krankenkassen. Das macht den Beruf attraktiver und stärkt die Versorgung nachhaltig.

Jana Kühl (Linke):

Wir setzen uns für die Ausbildung von mehr Ärzten und Ärztinnen ein. Wir wollen Anreize schaffen, sich im ländlichen Raum anzusiedeln. Zum Beispiel durch kommunale Gesundheitszentren kann die solidarische Gesundheitsversorgung und -vorsorge verbessert werden. Es dürfen keine Kliniken geschlossen werden.