Starkregen hat im Juni die Schutter in Dörlinbach überlaufen lassen Foto: Wolfgang Schätzle

Direktkandidaten aus dem Wahlkreis Lahr beantworten im Wahlcheck Fragen, die die Menschen in der Region bewegen. Diesmal geht es um Sicherheit und Migration.

Am 8. März sind die Menschen in Baden-Württemberg aufgerufen, einen neuen Landtag zu wählen. Während die Zweitstimme an eine Partei geht, wählen die Menschen mit der Erststimme einen Direktkandidaten für das Parlament.

 

Unsere Redaktion hat Sandra Boser (Grüne), Marion Gentges (CDU), Benjamin Rösch (AfD), Kai Schröder-Klings (SPD), Udo Zahn (FDP) und Jana Kühl (Linke), Fragen zu verschiedenen Themenkomplexen gestellt. Dieses Mal geht es um die Frage: Sind die Kommunen für einen Katastrophenfall vorbereitet?

Sandra Boser (Grüne):

Eine zentrale Rolle nehmen bei uns hier die Feuerwehren und Hilfsorganisationen in den Gemeinden ein. Mit mehr als 115 000 Mitgliedern in den Feuerwehren, die meisten davon ehrenamtlich, sind diese die tragende Säule. Dazu kommen etliche Ehrenamtliche in Hilfsorganisationen und die hauptamtlichen Einsatzkräfte im Rettungsdienst.

Marion Gentges (CDU):

Die geopolitische Lage erfordert es, dass der Katastrophenschutz gestärkt wird. Bei der Konzeption der Landeserstaufnahmeeinrichtungen habe ich mich dafür eingesetzt, dass diese im auch für den Zivil- und Bevölkerungsschutz genutzt werden können. Darüber hinaus wollen wir die Einrichtung eines Kompetenzzentrums prüfen.

Benjamin Rösch (AfD):

Da ich bei diesem Thema vom Fach bin, muss ich ganz klar sagen: Nein. Es gibt vorgesehene besondere Aufbauorganisationen und die Rollen sind auf dem Papier verteilt, wenn auch zumeist nicht schichtfähig. Aber die Akteure wissen nicht wirklich, was sie zu tun haben. Es wird zu sehr vom Normallfall her gedacht.

Sie wollen in den Landtag (von links oben nach rechts unten): Sandra Boser (Grüne), Marion Gentges (CDU), Benjamin Rösch (AfD), Kai Schröder-Klings (SPD), Udo Zahn (FDP) und Jana Kühl (Linke). Foto: Parteien/privat

Kai Schröder-Klings (SPD):

Unsere Feuerwehren und Hilfsorganisationen leisten Großartiges. Das Land muss sie massiv unterstützen: moderne Ausrüstung, Warninfrastruktur und Hochwasserschutz im Kinzigtal sind lebensnotwendig. Wir brauchen verlässliche Finanzen fürs Ehrenamt, damit wir für Extremwetter und Krisen zwischen Rhein und Schwarzwald gerüstet sind.

Udo Zahn (FDP):

Das Interesse an der Veranstaltung mit dem Sprecher für Bevölkerungsschutz der FDP-Landtagsfraktion, Nico Weinmann, hat gezeigt, wie wichtig das Thema ist. Unsere Kommunen sind bereits gut aufgestellt. Angesichts von Krieg, Klimawandel und Terror müssen wir jedoch weiter investieren, Zuständigkeiten klären und die Eigenvorsorge stärken.

Jana Kühl (Linke):

Warnsysteme funktionieren oft nicht ausreichend und die Kommunen sind meist auf ehrenamtliche Organisationen angewiesen. Wir fordern den Umbau zu „Schwammstädten“, um Flutkatastrophen vorzubeugen, und mehr Hitzeschutz. Der Katastrophenschutz und Rettungsdienst müssen personell und materiell gestärkt werden.