Direktkandidaten aus dem Wahlkreis Lahr beantworten im Wahlcheck Fragen, die die Menschen in der Region bewegen. Diesmal geht es um Wirtschaft und Finanzen.
Am 8. März sind die Menschen in Baden-Württemberg aufgerufen, einen neuen Landtag zu wählen. Während die Zweitstimme an eine Partei geht, wählen die Menschen mit der Erststimme einen Direktkandidaten für das Parlament.
Unsere Redaktion hat Sandra Boser (Grüne), Marion Gentges (CDU), Benjamin Rösch (AfD), Kai Schröder-Klings (SPD), Udo Zahn (FDP) und Jana Kühl (Linke), Fragen zu verschiedenen Themenkomplexen gestellt. Dieses Mal geht es um die Frage: Rettet der Rückzug vom Verbrennerstopp 2035 die Industrie im Land?
Sandra Boser (Grüne):
Nein. Er kann Zulieferern kurz Luft verschaffen, löst aber nichts Grundlegendes: den technologischen Rückstand bei Batterien, Software und Skalierung. Entscheidend bleibt daher: Transformation gestalten, Innovation stärken und Zulieferer aktiv unterstützen. Nur so sichern wir Industriearbeitsplätze in Baden-Württemberg dauerhaft.
Marion Gentges (CDU):
Das Aus vom harten Verbrenneraus gibt unserer Wirtschaft Zeit und Raum, um die Transformation in diesem wichtigen Industriezweig zu meistern. Unsere Wirtschaft muss die Möglichkeit haben, die Herstellung von Fahrzeugen technologieoffen für den Markt weiterzuentwickeln und ihre Geschäftsfelder für die Zukunft zu wappnen.
Benjamin Rösch (AfD):
Das Ende des geplanten, für unser Land fatalen Verbrennerverbots wäre auf jeden Fall ein wichtiger Baustein bei dem Versuch, möglichst viel Substanz über die aktuelle Wirtschaftskrise zu retten. Aber für sich alleine reicht es natürlich nicht. Da muss noch viel mehr gemacht werden.
Kai Schröder-Klings (SPD):
Ewig gestrige Debatten retten keine Jobs. Unsere Industrie braucht Planungssicherheit statt Zickzack-Kurs. Der Weg zur Klimaneutralität ist die Chance für neue Technologien und Weltmarktführerschaft. Wir unterstützen den Wandel durch Investitionen in Ladeinfrastruktur und grünen Wasserstoff. So sichern wir gute Arbeit und Wohlstand in BW!
Udo Zahn (FDP):
Der Rückzug vom Verbrennerstopp allein rettet unsere Industrie nicht. Meine persönliche Überzeugung: Die Zukunft fährt elektrisch. Entscheidend ist Technologieoffenheit ohne Verbote. Gleichzeitig müssen wir schnell den Fahrzeugbestand mit klimaneutralen Kraftstoffen betreiben. So sichern wir Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Innovation.
Jana Kühl (Linke):
Das wäre ein fataler Irrweg. Wir müssen die Automobilindustrie zu einer nachhaltigen Mobilitätsindustrie umbauen, die verstärkt Busse und Bahnen produziert. Die Zuliefererindustrie muss durch einen Transformationsfonds und regionale Transformationsräte abgesichert werden, um Arbeitsplätze zu erhalten, statt an veralteter Technologie festzuhalten.