Die Stadt Lahr setzt beim Car-Sharing auf E-Autos. Foto: Stadt Lahr

Direktkandidaten aus dem Wahlkreis Lahr beantworten im Wahlcheck Fragen, die die Menschen in der Region bewegen. Diesmal geht es um Klima und Umwelt.

Am 8. März sind die Menschen in Baden-Württemberg aufgerufen, einen neuen Landtag zu wählen. Während die Zweitstimme an eine Partei geht, wählen die Menschen mit der Erststimme einen Direktkandidaten für das Parlament.

 

Unsere Redaktion hat Sandra Boser (Grüne), Marion Gentges (CDU), Benjamin Rösch (AfD), Kai Schröder-Klings (SPD), Udo Zahn (FDP) und Jana Kühl (Linke), Fragen zu verschiedenen Themenkomplexen gestellt. Dieses Mal geht es um die Frage: Retten E-Autos das Klima?

Sandra Boser (Grüne):

E-Autos allein retten nicht das Klima, sind aber zentral für die Mobilitätswende: ÖPNV sowie Rad- und Fußverkehr müssen ausgebaut werden, Autos müssen sauberer werden. Dafür braucht es strombasierte Antriebe: Strom lässt sich erneuerbar und CO₂-frei erzeugen. Technologieoffen forschen wir aber auch zu Re-Fuels und an einer Wasserstoff-Roadmap.

Marion Gentges (CDU):

E-Autos sind ein wichtiger Beitrag, aber keine alleinige Lösung. Entscheidend ist Technologieoffenheit. Auch Wasserstoff, synthetische Kraftstoffe und Innovationen gehören dazu, damit Klimaschutz wirksam und Mobilität bezahlbar bleibt.

Benjamin Rösch (AfD):

Nein. Allerdings könnte ein größerer Anteil an E-Mobilität in Verbindung mit günstigem Strom aus Kernkraft beziehungsweise Kernfusion unsere Abhängigkeit von ölproduzierenden Staaten verringern. Ein Verbrennerverbot ist aber trotzdem nicht zielführend, sondern verschärft unsere derzeitige Wirtschaftskrise massiv.

Sie wollen in den Landtag (von links oben nach rechts unten): Sandra Boser (Grüne), Marion Gentges (CDU), Benjamin Rösch (AfD), Kai Schröder-Klings (SPD), Udo Zahn (FDP) und Jana Kühl (Linke). Foto: Parteien/privat

Kai Schröder-Klings (SPD):

E-Mobilität ist ein wichtiger Baustein für saubere Luft. Aber Autos allein retten das Klima nicht. Wir brauchen den Mix: mehr Schiene, verlässlichen ÖPNV bis ins Kinzigtal und bezahlbare Ladestrukturen für alle. Mobilität muss eine Freiheit bleiben, die man sich leisten kann – unabhängig davon, ob man in der Stadt oder im Bergdorf wohnt.

Udo Zahn (FDP):

Nein, sie sind aber ein wichtiger Baustein – wirtschaftlich und unabhängiger von Energieimporten. Für BW als Automobilland zählt Technologieoffenheit. Ökonomie und Ökologie gehören zusammen. Unsere Zulieferer, der Mittelstand und viele Arbeitsplätze hängen daran. Wir wollen Spitze sein und mit Innovation die Mobilität der Zukunft hier entwickeln.

Jana Kühl (Linke):

Allein der Wechsel zum E-Auto wird nicht reichen. Wir brauchen eine echte Verkehrswende mit weniger Individualverkehr und einer Verdopplung des ÖPNV bis 2030. E-Autos sind dort sinnvoll, wo es keine Alternativen gibt (z.B. im ländlichen Raum), aber der Fokus muss auf Bus, Bahn und Rad liegen.