Direktkandidaten aus dem Wahlkreis Lahr beantworten im Wahlcheck Fragen, die die Menschen in der Region bewegen. Diesmal geht es um Klima und Umwelt.
Am 8. März sind die Menschen in Baden-Württemberg aufgerufen, einen neuen Landtag zu wählen. Während die Zweitstimme an eine Partei geht, wählen die Menschen mit der Erststimme einen Direktkandidaten für das Parlament.
Unsere Redaktion hat Sandra Boser (Grüne), Marion Gentges (CDU), Benjamin Rösch (AfD), Kai Schröder-Klings (SPD), Udo Zahn (FDP) und Jana Kühl (Linke), Fragen zu verschiedenen Themenkomplexen gestellt. Dieses Mal geht es um die Frage: Können wir uns Klimaschutz noch leisten?
Sandra Boser (Grüne):
Klimaanpassung ist günstiger als ungebremste Klimafolgen. Die möglichen Schadenskosten können durch Investitionen in Anpassungsmaßnahmen je nach Ausprägung des Klimawandels vollständig oder um etwa 60 Prozent reduziert werden. Jeder investierte Euro in Klimaschutz und Klimaanpassung zahlt sich also um ein Vielfaches aus.
Marion Gentges (CDU):
Wir können es uns nicht leisten, auf Klimaschutz zu verzichten. Er muss aber realistisch, technologieoffen und wirtschaftlich umsetzbar sein. Klimaschutz gelingt nur, wenn er Arbeitsplätze sichert und die Menschen mitnimmt.
Benjamin Rösch (AfD):
Die Frage muss erst einmal lauten: Können wir das Klima überhaupt schützen und wenn ja, wie? Offensichtlich ist, dass Produktionsverlagerungen nach China nicht nur unseren Wohlstand zerstören, sondern unter Annahme der Richtigkeit der CO₂-These das Klima sogar noch mehr belasten. China hat bereits einen höheren Pro-Kopf-Ausstoß an CO₂!
Kai Schröder-Klings (SPD):
Wir können es uns nicht leisten, nichts zu tun – die Folgeschäden wären teurer. Aber: Klimaschutz darf kein Luxusgut sein! Er muss sozial gerecht gestaltet werden. Wir brauchen massive Investitionen in bezahlbare Energie und einen starken ÖPNV. Transformation gelingt nur, wenn sie für die arbeitende Mitte bezahlbar bleibt und Jobs sichert.
Udo Zahn (FDP):
Die Frage ist doch umgekehrt: Können wir es uns leisten, auf Klimaschutz zu verzichten? Klimaneutrale Technologien sind ein Wachstumsmotor für unsere Wirtschaft. Wer heute in Innovation, Effizienz und erneuerbare Energie investiert, sichert Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit. Ökonomie und Ökologie gehören zusammen.
Jana Kühl (Linke):
Wir können es uns nicht leisten, keinen Klimaschutz zu betreiben. Dieser muss aber sozial gerecht sein. Wir wollen die Verursacher – Überreiche und Konzerne – zur Kasse bitten und Einnahmen aus der CO₂-Bepreisung als Klimageld an die Bevölkerung zurückgeben.