Direktkandidaten aus dem Wahlkreis Lahr beantworten im Wahlcheck Fragen, die die Menschen in der Region bewegen. Diesmal geht es um Sicherheit und Migration.
Am 8. März sind die Menschen in Baden-Württemberg aufgerufen, einen neuen Landtag zu wählen. Während die Zweitstimme an eine Partei geht, wählen die Menschen mit der Erststimme einen Direktkandidaten für das Parlament.
Unsere Redaktion hat Sandra Boser (Grüne), Marion Gentges (CDU), Benjamin Rösch (AfD), Kai Schröder-Klings (SPD), Udo Zahn (FDP) und Jana Kühl (Linke), Fragen zu verschiedenen Themenkomplexen gestellt. Dieses Mal geht es um die Frage: Hatte Bundeskanzler Friedrich Merz mit seiner Klage über das Stadtbild recht?
Sandra Boser (Grüne):
Diese Aussage trifft viele Menschen mit Migrationsgeschichte, die ein wertvoller Teil unserer Gesellschaft sind und Anerkennung und Respekt verdienen. Was wir brauchen, ist gesellschaftlicher Zusammenhalt, doch diese pauschalisierende, diskriminierende Aussage stellt die Würde der Menschen infrage, polarisiert und zieht Abgrenzung nach sich.
Marion Gentges (CDU):
Politik muss benennen dürfen, was viele Menschen im Alltag wahrnehmen. Veränderungen im öffentlichen Raum stellen Kommunen vor große Herausforderungen. Entscheidend ist, dass Regeln gelten, Verantwortung übernommen wird und Städte dabei unterstützt werden, Ordnung und Zusammenhalt zu sichern.
Benjamin Rösch (AfD):
Ja, hatte er. Aber solange er die Ursachen nicht klar benennt und angeht, spielt das keine Rolle. Das ist etwas, was ich bei der CDU auf allen Ebenen beobachte: Man beklagt sich über Zustände, hat aber nicht ansatzweise den Mut oder die Kraft, sich ihnen entgegenzustellen. Handeln lässt sich aber nicht durch Worte ersetzen.
Kai Schröder-Klings (SPD):
Die Union betreibt Symbolpolitik, die stigmatisiert statt Probleme zu lösen. Ein lebendiges Stadtbild braucht soziale Mischung und Investitionen in Bildung sowie Wohnraum, keine pauschale Abwertung. Wir müssen Kommunen befähigen, aktiv zu steuern. Wer hier lebt, muss unsere Werte achten – doch Integration braucht echte Teilhabe statt Vorurteile.
Udo Zahn (FDP):
Pauschale Klagen helfen nicht weiter. Entscheidend ist, dass sich Menschen in unseren Städten sicher und wohlfühlen. Probleme müssen wir klar benennen und lösen – mit konsequenter Integration, funktionierender Ordnungspolitik und starken Kommunen. Vielfalt gehört zu einem freien Land, aber Regeln gelten für alle gleichermaßen.
Jana Kühl (Linke):
Nein. Wir lehnen es ab, Menschen gegeneinander aufzuhetzen und Geflüchtete zu Sündenböcken zu machen, um von Problemen abzulenken. Wir stellen uns entschieden gegen rassistische Ressentiments und Spaltungsversuche. Baden-Württemberg ist vielfältig und wir sehen das als Stärke. Wir fordern gleiche Rechte und Teilhabe für alle, die hier leben.