Direktkandidaten aus dem Wahlkreis Lahr beantworten im Wahlcheck Fragen, die die Menschen in der Region bewegen. Diesmal geht es um Wirtschaft und Finanzen.
Am 8. März sind die Menschen in Baden-Württemberg aufgerufen, einen neuen Landtag zu wählen. Während die Zweitstimme an eine Partei geht, wählen die Menschen mit der Erststimme einen Direktkandidaten für das Parlament.
Unsere Redaktion hat Sandra Boser (Grüne), Marion Gentges (CDU), Benjamin Rösch (AfD), Kai Schröder-Klings (SPD), Udo Zahn (FDP) und Jana Kühl (Linke), Fragen zu verschiedenen Themenkomplexen gestellt. Dieses Mal geht es um die Frage: Hat das klassische Modell der Innenstadt mit Einzelhandel ausgedient?
Sandra Boser (Grüne):
Unser Einzelhandel schafft Arbeitsplätze, Begegnung und Lebensqualität. Viele Geschäfte stehen durch steigende Kosten, Online-Konkurrenz und weniger Laufkundschaft unter Druck. Wir stärken Ortskerne mit mehr Grün und attraktiven öffentlichen Räumen mit guter Erreichbarkeit und unterstützen Läden gezielt beim Aufbau digitaler Vertriebswege.
Marion Gentges (CDU):
Innenstädte leben von einem attraktiven Angebot des Einzelhandels in Kombination mit einer guten Gastronomie und öffentlichen Räumen. Der Online-Handel stellt Einzelhändler vor große Herausforderungen. Ich bin überzeugt, dass die Kommunen Konzepte finden, um diesem Phänomen partnerschaftlich mit den Einzelhändlern zu begegnen.
Benjamin Rösch (AfD):
Die Tendenz, den Menschen das Parken vor dem Geschäft ihrer Wahl in der Innenstadt unmöglich oder sehr teuer zu machen, zusammen mit dem Preiskampf mit dem Online-Versandhandel, macht es dem spezialisierten Einzelhandel in den Innenstädten sehr schwer.
Kai Schröder-Klings (SPD):
Die Innenstadt der Zukunft ist ein Ort der Begegnung. Rein auf Handel zu setzen, reicht nicht mehr. Wir brauchen einen lebendigen Mix aus Wohnen, Kultur, Handwerk und Gastronomie. Das Land muss Kommunen bei der Neugestaltung ihrer Zentren durch einen Innenstadtfonds unterstützen. So bleiben unsere Ortskerne das lebendige Herz der Gemeinschaft!
Udo Zahn (FDP):
Ich bin in einer Familie mit Einzelhandel und Handwerk in der Staufener Innenstadt aufgewachsen. Wandel hat es immer gegeben. Mit klugen Konzepten, Nutzungsmischung, guter Erreichbarkeit und weniger unnötigen Auflagen können Innenstädte wieder lebendige Orte werden. Wer Zukunft zulässt und unternehmerische Ideen ermöglicht, belebt den Handel.
Jana Kühl (Linke):
Die Innenstadt muss sich wandeln: Weg vom reinen Konsum und Läden der gleichen Ketten großer Unternehmen, hin zu Begegnungsorten mit mehr Grün, Kultur und Verkehrsberuhigung. Um das Sterben kleiner Läden zu verhindern, wollen wir Gewerbemieten deckeln und Leerstand durch Rekommunalisierung oder genossenschaftliche Nutzung bekämpfen.