Gibt es solche Bilder bald auch in Lahr? Ein möglicher Surfpark ist ein heißdiskutiertes Projekt. Foto: Vichra

Direktkandidaten aus dem Wahlkreis Lahr beantworten im Wahlcheck Fragen, die die Menschen in der Region bewegen. Heute geht es um einen möglichen Surfpark für Lahr.

Am 8. März sind die Menschen in Baden-Württemberg aufgerufen, einen neuen Landtag zu wählen. Während die Zweitstimme an eine Partei geht, wählen die Menschen mit der Erststimme einen Direktkandidaten für das Parlament.

 

Unsere Redaktion hat Sandra Boser (Grüne), Marion Gentges (CDU), Benjamin Rösch (AfD), Kai Schröder-Klings (SPD), Udo Zahn (FDP) und Jana Kühl (Linke), Fragen zu verschiedenen Themenkomplexen gestellt. Diese Woche geht es um Verkehr und Infrastruktur.

Braucht Lahr einen Surfpark?

Sandra Boser (Grüne):

Lahr bietet tolle Freizeitangebote; der Schwarzwald begeistert Touristen. Ein Surfpark kann eine super Ergänzung und umfangreiche wirtschaftliche Wertschöpfung sein, jedoch nur unter der Bedingung, dass nachhaltige Lösungen für den hohen Wasser- und Stromverbrauch gefunden werden. Auf die Frage nach der Notwendigkeit, sage ich aber klar: Nein.

Marion Gentges (CDU):

Solche Projekte müssen vor allem vor Ort bewertet werden. Entscheidend ist, ob sie städtebaulich sinnvoll, wirtschaftlich tragfähig und von den Menschen in Lahr getragen sind. Diese Entscheidung liegt in kommunaler Verantwortung.

Benjamin Rösch (AfD):

Lahr braucht nicht unbedingt einen Surfpark, um eine lebenswerte Stadt zu sein, aber wenn ein Investor ohne Kosten für die Kommune einen solchen Betrieb errichten will, sollte ihm das unter Beachtung der Interessen der betroffenen Bürger ermöglicht werden.

Sie wollen in den Landtag (von links oben nach rechts unten): Sandra Boser (Grüne), Marion Gentges (CDU), Benjamin Rösch (AfD), Kai Schröder-Klings (SPD), Udo Zahn (FDP) und Jana Kühl (Linke). Foto: Parteien/privat

Kai Schröder-Klings (SPD):

Ein Surfpark ist eine touristische Chance für Lahr, aber kein Blankoscheck. Für mich ist klar: Das Projekt muss ökologisch vorbildlich sein – beim Wasser- und Energieverbrauch. Zudem fordere ich soziale Tarife für unsere Schulen und Vereine. Wenn der Investor liefert und Lahr ökologisch wie sozial profitiert, sage ich Ja zu dieser Innovation.

Udo Zahn (FDP):

Ein Surfpark kann eine Bereicherung sein, wenn er privat finanziert, wirtschaftlich tragfähig und umweltverträglich umgesetzt wird. Öffentliche Mittel sollten zuerst in Pflichtaufgaben wie Verkehr, Bildung und Gesundheit fließen. Freizeitangebote ja – aber nicht auf Kosten der Steuerzahler.

Jana Kühl (Linke):

Vermutlich nicht. Wir begrüßen neue Freizeitmöglichkeiten, aber ob dieses Großprojekt inklusive der damit einhergehenden Flächenversiegelung und des Wasserverbrauchs in Zeiten des Klimawandels notwendig ist, müsste gründlich evaluiert werden. Freizeitmöglichkeiten müssen zugänglich für alle sein und nicht nur für die, die es sich leisten können.