Direktkandidaten aus dem Wahlkreis Lahr beantworten im Wahlcheck Fragen, die die Menschen in der Region bewegen. Heute geht es um die Erbschaftssteuer.
Am 8. März sind die Menschen in Baden-Württemberg aufgerufen, einen neuen Landtag zu wählen. Während die Zweitstimme an eine Partei geht, wählen die Menschen mit der Erststimme einen Direktkandidaten für das Parlament.
Unsere Redaktion hat Sandra Boser (Grüne), Marion Gentges (CDU), Benjamin Rösch (AfD), Kai Schröder-Klings (SPD), Udo Zahn (FDP) und Jana Kühl (Linke), Fragen zu verschiedenen Themenkomplexen gestellt. Diese Woche geht es um Wohnen und Soziales.
Sandra Boser (Grüne):
Die Vermögensungleichheit ist auch bei uns im Land ein echtes Problem und verhindert Chancengerechtigkeit. Deswegen setzen wir uns im Bund dafür ein, Gerechtigkeitslücken bei der Erbschaftssteuer zu schließen. Dazu gehören etwa die Verschonungsbedarfsprüfung, die Steuerfreiheit beim Vererben von über 300 Wohnungen oder so genannte Share Deals.
Marion Gentges (CDU):
Die Erbschaftsteuer ist in der Gesetzgebung Sache des Bundes, die Einnahmen fließen den Ländern zu. Wichtig ist mir eine faire Ausgestaltung, die Familienunternehmen schützt und Arbeitsplätze sichert. Vermögen darf nicht doppelt belastet werden, wenn Verantwortung weitergegeben wird.
Benjamin Rösch (AfD):
Für eine solche Reform sehe ich derzeit keinen Bedarf. Es ist wichtig, dass Familienunternehmen im Erbfall nicht zerschlagen werden müssen. Die allgemeinen Freibeträge für enge Angehörige halte ich sogar eher für zu niedrig als zu hoch. Wenn es eine Reform braucht, dann im Sinne einer Erhöhung der Freibeträge.
Kai Schröder-Klings (SPD):
Die Reform ist überfällig. Aktuell zahlen Superreiche durch Schlupflöcher bei Betriebsvermögen kaum Steuern, während für normale Erben keine Ausnahmen gelten. Der SPD-Vorschlag setzt richtig an: Schlupflöcher schließen und große Vermögen konsequent, aber mit fairen Sätzen besteuern. Das sichert unseren Sozialstaat und ist echte Gerechtigkeit!
Udo Zahn (FDP):
Ja, mit klarem Schutz für Familienbetriebe und Handwerk. Sie sichern Arbeitsplätze, Ausbildung und Innovation und dürfen durch die Erbschaftsteuer nicht zur Aufgabe gezwungen werden. Gerade in schwierigen Zeiten sind Rücklagen existenziell für Investitionen und Krisenfestigkeit. Betriebsvermögen bedeutet Verantwortung für die Region und ihre Zukunft
Jana Kühl (Linke):
Ja, dringend. Die aktuelle Ausgestaltung bevorzugt riesige Erbschaften, während normale Vermögen stärker belastet werden. Wir wollen Freibeträge für das Eigenheim und normales Sparvermögen, aber eine konsequente Besteuerung von Multimillionen-Erbschaften, um leistungslose Milliardenvermögen zu beenden und Chancengleichheit zu fördern.