Direktkandidaten aus dem Wahlkreis Lahr beantworten im Wahlcheck Fragen, die die Menschen in der Region bewegen. Heute geht es um Großprojekte in der Infrastruktur.
Am 8. März sind die Menschen in Baden-Württemberg aufgerufen, einen neuen Landtag zu wählen. Während die Zweitstimme an eine Partei geht, wählen die Menschen mit der Erststimme einen Direktkandidaten für das Parlament.
Unsere Redaktion hat Sandra Boser (Grüne), Marion Gentges (CDU), Benjamin Rösch (AfD), Kai Schröder-Klings (SPD), Udo Zahn (FDP) und Jana Kühl (Linke), Fragen zu verschiedenen Themenkomplexen gestellt. Diese Woche geht es um Verkehr und Infrastruktur.
Braucht der Bund mehr Druck beim Rheintalbahn- und A5-Ausbau?
Sandra Boser (Grüne):
Aber klar! Insbesondere der Ausbau der Rheintalbahn zieht sich schon über Jahrzehnte hin und scheitert bis dato vor allem am Geld aus dem Bundeshaushalt (und komplizierten Planungsverfahren). Die Kürzungen im originären Verkehrsetat des Bundes zu Lasten des Sondervermögens für Infrastruktur sind kein gutes Zeichen.
Marion Gentges (CDU):
Der Ausbau der Rheintalbahn und der A5 ist für Lahr und die Region zentral. Ich erwarte, dass der Bund Planung und Bau deutlich beschleunigt. Das Land muss weiter Druck machen, damit Infrastrukturprojekte verlässlich vorankommen und die Region entlastet wird.
Benjamin Rösch (AfD):
Dass in Stuttgart die Region Südlicher Oberrhein gerne mal niedrig priorisiert wird und entsprechend auch für uns kaum Druck in Berlin gemacht wird, ist so alt wie das Bundesland Baden-Württemberg. Ich werde mich, wenn ich gewählt werde, intensiv für die Interessen unserer Region einsetzen.
Kai Schröder-Klings (SPD):
Ja, wir müssen massiv Druck machen! Bei der Rheintalbahn darf es keine sechsjährige Lücke im Nahverkehr zwischen Riegel und Offenburg geben. Ein Ersatzhalt in Orschweier während der Sanierung ist zwingend nötig. Auch beim A5-Ausbau darf der Bund nicht bis in die 30er-Jahre warten – die Ortenau braucht diese Entlastung deutlich früher!
Udo Zahn (FDP):
Der Ausbau ist seit Jahren überfällig und für Mobilität, Wirtschaft und Pendler von großer Bedeutung. Der Bund muss Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigen, Zuständigkeiten bündeln und Blockaden konsequent auflösen. Ein multimodaler Verkehrsknoten wäre dabei ein zentrales Zukunftsprojekt und ein starker Wirtschaftsmotor.
Jana Kühl (Linke):
Die Autobahnen dürfen nicht noch weiter belastet werden, wir setzen uns dafür ein, Güter auf der Schiene zu transportieren. Deshalb muss die Bahninfrastruktur schnell ausgebaut werden. Darum muss der Bund mit Nachdruck dazu gebracht werden, mehr in die Schiene zu investieren. Nicht mehr in Autobahnen und Waffen.