Der damalige SC-Präsident Eberhard Fugmann ehrte im Rahmen der Saisoneröffnung vor einem Jahr das 60 000. Vereinsmitglied des SC Freiburg, Stefanie Faller aus Freiburg. Inzwischen hat der Verein mehr als 70000 Mitglieder. Foto: Schabel

Der gebürtige Lahrer und langjährige Lehrer am Max-Planck-Gymnasium hat sich überraschend vom Präsidentenamt beim SC Freiburg zurückgezogen.

Eberhard Fugmann war im Oktober 2021 zum Präsidenten des SC Freiburg gewählt worden. Sein Herz schlug freilich schon viel länger für den südbadischen Bundesligisten. Bereits in seiner Zeit als Lehrer am Lahrer Max-Planck-Gymnasium von 1990 bis 2000 sei er fußballverrückt gewesen, erzählte er unserer Redaktion bei einem Gespräch vor einem Jahr.

 

Am Freitag teilte der SC Freiburg nun mit, dass Fugmann sein Präsidentenamt beim SC bereits seit dem 1. September ruhen lässt und auch bei der Mitgliederversammlung am 10. Oktober in der Freiburger Messe nicht mehr kandidieren wird. Es ist ein Vorgang, der Fragen aufwirft. Zunächst, warum dem SC der Rückzug seines Präsidenten keine eigene Pressemitteilung wert war. Denn die Nachricht war lediglich Teil eines insgesamt zwölfseitigen Schreibens, in dem die Vereinsmitglieder über die Hauptversammlung informiert wurden.

Reibereien hinter den Kulissen

Vor allem aber interessieren natürlich die Gründe der Trennung, die sich öffentlich nicht abgezeichnet hatte. Hinter den Kulissen hatte es aber wohl schon länger Reibereien gegeben. „Ausschlaggebend sind unterschiedliche Auffassungen über die Ausgestaltung des Amtes“, heißt es in der Vereinsmitteilung.

Fugmann war ein menschlich-nahbarer Funktionär, dem der Dialog mit den Fans und das gesellschaftliche Engagement des SC Freiburg wichtig waren. Als Vereinspräsident hatte er ein reines Ehrenamt mit repräsentativen Aufgaben. In die Geschäftsführung des SC Freiburg, im Prinzip ein Wirtschaftsunternehmen mit 175 Millionen Euro Umsatz, war er dagegen nicht involviert und wollte es auch gar nicht sein. Deshalb waren viele nun überrascht, dass es zum Bruch gekommen ist. Weil nach außen hin keine Konfliktlinien erkennbar waren.

Ebenso überraschend ist die Vereinsankündigung, dass am 10. Oktober kein neuer Präsident gewählt werden soll. Erst müsse geklärt werden, ob das Amt des Präsidenten in der bestehenden Form weitergeführt werden soll, so der SC Freiburg. Dazu gebe es unterschiedliche Sichtweisen.