Die Kita-Gebühren sind erst der Anfang – die Lahrer müssen sich auf weitere Einschnitte einstellen, meint unser Autor.
Überraschend kommt das Vorhaben der Stadt nicht. Dass die Kita-Gebühren steigen werden, war mit Verweis auf die mehr als angespannte Haushaltslage in den vergangenen Wochen und Monaten von den Verantwortlichen mehrfach angekündigt worden. Freilich ist Lahr auch nicht die einzige Kommune im Land, die diesen unpopulären Weg gehen muss.
Doch jetzt, da die avisierten Zahlen schwarz auf weiß auf dem Ratstisch liegen, wird offenbar, wie hart der Schlag die Eltern treffen wird. Innerhalb der kommenden vier Jahre werden sich die Beiträge für die Kinderbetreuung nahezu verdoppeln. „Wer soll das bezahlen?“, fragt’s häufig am Stammtisch – in diesem Fall ist die Parole leider angebracht. Und: Das teure Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht.
Die leeren Stadtkassen zwingen bekanntlich auch in allen anderen Bereichen zum Sparen. Ein Trost für die gebeutelten Eltern ist dies selbstredend nicht. Zumal in den Schulen der nächste Aufschlag bereits wartet – beim Mittagessen.
Erst im vergangenen Jahr wurde die Verpflegung in den städtischen Bildungseinrichtungen nach langen Diskussionen auf neue Beine gestellt: Bio, Fairtrade, Regionalität waren Schlagworte, mit denen sich Verwaltung und Gemeinderat zurecht rühmten. Dass es genau an diesen Punkten nun schon wieder Abstriche geben könnte, ist alarmierend: Welche guten Vorsätze werden als Nächstes aus Kostengründen über Bord geworfen?