Die Volksbank ehrte Christian Dahlinger und Brigitta Schrempp (vorn, von links), die mit Erreichen der Altersgrenze aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden sind. In der hinteren Reihe (von links) sind Vorstand Reiner Richter, der Vorstandsvorsitzende Peter Rottenecker und der Aufsichtsratsvorsitzende Bernd Neugart zu sehen. Foto: Volksbank Foto: Lahrer Zeitung

Wirtschaft: Lahrer Kreditinstitur rechnet mit Wachstum trotz Corona / Aufsichtsräte Schrempp und Dahlinger verabschiedet

Lahr - Die Volksbank Lahr rechnet nach einem guten vergangenen Jahr auch im laufenden Geschäftsjahr mit erfreulichen Zahlen, trotz der Corona-Krise. Das wurde bei der Vertreterversammlung bekannt, die erstmals rein digital ausgerichtet wurde

Schon im vergangenen Jahr hatte die Volksbank ihre starke Marktstellung im Raum Lahr weiter ausbauen können. Vorstandsvorsitzender Peter Rottenecker berichtete bei der Vertreterversammlung von sehr guten Geschäftszahlen für 2020. Die Bilanzsumme war auf knapp 2,9 Milliarden Euro gestiegen. Für das laufende Jahr erwarten die Bank-Chefs nun den Sprung über die 3-Milliarden-Marke.

Kredite gehen vor allem an Kunden in der Region

"Wir halten an unserem Wachstumskurs fest", erklärte Rottenecker. Es sei nach aktuellem Stand mit einem Gewinn auf dem Niveau des vorigen Jahres zu rechnen. Dieses betrug rund 19 Millionen Euro nach Bewertung.

Bei der Kreditvergabe, dem traditionell wichtigsten Geschäft der Bank, zeichne sich im aktuellen Jahr eine sehr gute Entwicklung ab. Und das, obwohl das Geldhaus seine Leitlinien bei der Vergabe von Krediten nicht aufgeweicht habe, also weiterhin vorsichtig bleibe und Kredite an Firmen und Privatleute zum größten Teil im heimischen Geschäftsgebiet vergebe. Es gehe nicht darum, Geschäfte um jeden Preis zu machen, sondern um Wachstum, ohne übermäßig ins Risiko zu gehen.

Während Bankstudien vorhersagen würden, dass viele Häuser wegen Coronafolgen erhebliche Auswirkungen auf das Kreditrisiko erwarten müssten, habe sein Haus bis dato "keine nennenswerten Kreditausfälle zu verzeichnen", erklärte Vorstand Reiner Richter. Zudem habe die Bank "sehr hohe stille Reserven" gebildet, um mögliche Kreditausfälle abzufedern. Die Lahrer Volksbank sei somit "auch auf dieses negative Szenario vorbereitet".

Betont wurde in der digitalen Versammlung, dass die Volksbank voriges Jahr stark in die Digitalisierung investiert habe, auch in die Modernisierung ihrer Immobilien.

600 000 Euro wurden vom Unternehmen an Vereine, die Tafeln und an andere gemeinnützige Einrichtungen gespendet. Allein 90 Vereine seien in den Genuss von Spenden der Corona-Soforthilfe gekommen.

Zwei langjährige Mitglieder des Aufsichtsrates sind altersbedingt aus dem Gremium der Bank ausgeschieden: Brigitta Schrempp und Christian Dahlinger, beides Lahrer Unternehmer, wurden für ihren Einsatz um die Bank mit Ehrennadeln ausgezeichnet. Brigitta Schrempp war sieben und Christian Dahlinger 24 Jahre im Einsatz. Sie hätten als "aktive Sparringspartner dazu beigetragen, die Weichen der Volksbank in die richtige Richtung zu stellen."

Banken sichern sich gegen unvorhergesehene Risiken bei Kreditgeschäften gerne ab, zumindest die verantwortungsvollen Häuser. Zu diesen gehört natürlich auch die Volksbank Lahr, die in den vergangenen Jahren stetig ihre so genannten "stillen Reserven" auffüllte. Selbt im vorigen Krisenjahr 2020 konnte das Geldhaus weitere Mittel in den hauseigenen Sparstrumpf stecken und die wichtigen Reserven stärken. Wie viel Geld da vor sich hin schlummert, bleibt jedoch geheim, deshalb heißen diese Mittel ja "stille Reserven". Doch bei der Vertreterversammlung am Dienstag ließ sich Bank-Chef Peter Rottenecker zu näheren Angaben hinreißen, als er zum Stand der Reserven gefragt wurde. Sie liegen, deutete er an, im zweistelligen Millionenbereich. Na, das ist doch was!

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